{"id":96,"date":"2003-10-11T13:23:57","date_gmt":"2003-10-11T11:23:57","guid":{"rendered":"http:\/\/urlaub.vogt-clan.de\/2003\/10\/11\/ziel\/"},"modified":"2012-09-29T16:47:11","modified_gmt":"2012-09-29T14:47:11","slug":"ziel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/urlaub.vogt-clan.de\/?p=96","title":{"rendered":"Ziel?"},"content":{"rendered":"<p>\u00dcber drei Sachen waren wir uns vollkommen einig:<br \/>\nIm Jahr 2004 wird auf keinen Fall l\u00e4nger als 3-4 Stunden geflogen, es wird auf keinen Fall eine Djoser &#8211; Reise werden und Asien hatten wir nun schon 2002 und 2003 gehabt, da muss es 2004 mal etwas anderes sein.<\/p>\n<p>Am 08.10.2003 erschien in der WAZ im &#8220;Reisejournal&#8221; ein Bericht \u00fcber das Land der goldenen Pagoden Myanmar, fr\u00fcher Birma.<br \/>\n&#8221; Die Tempel und Stupas von Birma z\u00e4hlen zu den sch\u00f6nsten S\u00fcdostasiens &#8211; dennoch kommen bisher nur wenige Touristen. Ein kurzes L\u00e4cheln gen\u00fcgt meist, um in Birma eine neue Bekanntschaft zu schlie\u00dfen.<br \/>\nDiesmal ist es ein 22-j\u00e4hriger buddhistischer M\u00f6nch. &#8220;Ich w\u00fcrde gerne richtig Englisch lernen&#8221;, sagt der Mann. In Birma ist das Schulsystem schlecht, Gespr\u00e4chspartner sind rar. Denn das &#8220;Goldene Land&#8221; mit seinen Tempeln und Pagoden, eingekeilt zwischen Indien, China und Thailand, liegt abseits der touristischen Trampelpfade S\u00fcdostasiens. Die Zahl ausl\u00e4ndischer G\u00e4ste stagniert bei gut 200 000 pro Jahr. Myanmar, wie das Land heute hei\u00dft, ist eines der am wenigsten entdeckten L\u00e4nder der Region.<br \/>\nWer aus dem Moloch Bangkok kommend in Birmas Hauptstadt Rangun &#8211; heute Yangon &#8211; eintrifft, erf\u00e4hrt eine fast d\u00f6rfliche Idylle. \u00dcber den gro\u00dfz\u00fcgigen, gewundenen Alleen bilden die B\u00e4ume ein gr\u00fcnes Dach. Statt Jeans und Turnschuhen tragen alle einen &#8220;Longyi&#8221;, den traditionellen Wickelrock. Die Wangen der Frauen und M\u00e4dchen bedeckt eine helle Paste aus geriebenem Holzstaub &#8211; ein Mittel gegen die br\u00fctende Sonne.<br \/>\nDass Massentourismus im Lande eine ferne Vision ist, hat Gr\u00fcnde. Seit 1962 haben Gener\u00e4le die Macht, und oft f\u00e4llt das Stichwort Birma in Zusammenhang mit dem Kampf der Friedensnobelpreistr\u00e4gerin Aung San Suu Kyi f\u00fcr Demokratie. Trotz aller Repressionen gegen sie und ihre Nationale Liga f\u00fcr Demokratie (NLD) ist die zierliche Frau, die \u00fcberall nur &#8220;die Lady&#8221; genannt wird, ungebrochen popul\u00e4r. Das Regime offenbart sich dem ausl\u00e4ndischen Touristen nicht auf den ersten Blick. Mitte der neunziger Jahre machte sich die Milit\u00e4rregierung daran, das Land als Urlauberziel zu vermarkten. Eine Million G\u00e4ste wollte sie j\u00e4hrlich anlocken. Daraus ist bis heute nichts geworden, doch sind sich Kenner sicher, dass Birma das Potenzial f\u00fcr Touristenstr\u00f6me h\u00e4tte. Allein die Shwedagon-Pagode, deren vergoldete Kuppel wie ein guter Geist \u00fcber Rangun wacht, lohnt den Besuch. Der Monumentalbau mit seinen konischen T\u00fcrmen &#8211; den so genannten Stupas &#8211; ist f\u00fcr Birmas Buddhisten das wichtigste Heiligtum.<br \/>\nAls beeindruckendste Ansammlung buddhistischer Baukunst im Land &#8211; wenn nicht in ganz S\u00fcdostasien &#8211; gelten jedoch die Tempel und Stupas von Bagan, rund 400 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt. Urlauber reisen von hier aus mit Turboprop-Maschinen in die alte K\u00f6nigsstadt Mandalay. Die Stadt am Ufer des Irrawaddy wirkt noch proprerer als Rangun. Denn in Mandalay kreuzen sich die Handelswege mit China und Indien: Tropenh\u00f6lzer und Edelsteine wechseln den Besitzer &#8211; und sichern das \u00dcberleben des Landes und der Gener\u00e4le. Einige der wichtigsten Kl\u00f6ster siedelten sich hier an, und die Stadt war bis 1885 Sitz des letzten birmanischen K\u00f6nigs. Vier fr\u00fchere K\u00f6nigsst\u00e4dte lassen sich rund um Mandalay besuchen: Amarapura, Inwa, Sagaing und Mingun.<br \/>\nWer auf dem Irrawaddy nach Mingun reist, dem zeigt sich schon von weitem das Fragment der Mingun Paya, deren Bau K\u00f6nig Bodawpaya 1790 veranlasste und die zum gr\u00f6\u00dften buddhistischen Monument werden sollte. Bodawpayas Tod 1816 beendete die Arbeiten. Ein gewaltiger Ziegelstein-Turm blieb. In der N\u00e4he h\u00e4ngt die &#8220;Mingun-Glocke&#8221; &#8211; mit 90 Tonnen Gewicht und vier Metern H\u00f6he angeblich die gr\u00f6\u00dfte der Welt.<br \/>\nAbgesehen von der politischen Lage, die Touristen m\u00f6glicherweise von Birma fernh\u00e4lt, sind die Probleme auch hausgemacht. Es mangelt an Landegenehmigungen f\u00fcr internationale Fl\u00fcge. Hotels und Verkehrswege w\u00fcrden eine Million Touristen nicht verkraften. Die Inlands-Airlines mit ihren sechs Maschinen lavieren in der Hauptreisezeit zwischen November und Mai an der Kapazit\u00e4tsgrenze. Birma aus politischen Gr\u00fcnden zu meiden, wird auch von vielen kritisiert, die der Junta nicht nahe stehen &#8211; wie Suu Kyis fr\u00fcherer Mitstreiterin, der K\u00fcnstlerin Ma Theingi: &#8220;Bleiben Touristen und Investitionen aus, werden die Menschen \u00e4rmer &#8211; wie soll man so Demokratie erreichen?&#8221; Auch europ\u00e4ische Diplomaten vor Ort befinden: &#8220;Man kann sehen, dass sehr viele Menschen durch den Tourismus Hoffnung sch\u00f6pfen.&#8221; Der junge M\u00f6nch, der sich in Rangun so gerne mit Fremden unterh\u00e4lt, um sein Englisch zu verbessern, ist nur einer von ihnen.&#8221; FRANK BRANDMAIER<\/p>\n<p>Begeistert las ich den Bericht und mir wurde klar, dass es a) ein langer Flug w\u00e4re, b) wieder Asien und c) Djoser diese Reise auch anbietet.<\/p>\n<p>Also, genau das, was wir f\u00fcr 2004 nicht wollten.<br \/>\n(Sicherheitshalber hob ich den Bericht aber auf und legte ihn erst einmal zur Seite.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcber drei Sachen waren wir uns vollkommen einig: Im Jahr 2004 wird auf keinen Fall l\u00e4nger als 3-4 Stunden geflogen, es wird auf keinen Fall eine Djoser &#8211; Reise werden und Asien hatten wir nun schon 2002 und 2003 gehabt, da muss es 2004 mal etwas anderes sein. 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