{"id":83,"date":"2003-06-17T13:26:19","date_gmt":"2003-06-17T11:26:19","guid":{"rendered":"http:\/\/urlaub.vogt-clan.de\/2003\/06\/17\/ubud\/"},"modified":"2012-09-29T16:54:59","modified_gmt":"2012-09-29T14:54:59","slug":"ubud","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/urlaub.vogt-clan.de\/?p=83","title":{"rendered":"Ubud"},"content":{"rendered":"<p>Wecken 7.30 Uhr, Fr\u00fchst\u00fcck 8.00 Uhr, Abfahrt 8.30 Uhr, Fettn\u00e4pfchen 8.35 Uhr<br \/>\nMit an Bord hatten wir einen Guide, der uns auf dem Weg nach Ubud drei Sehensw\u00fcrdigkeiten zeigen und erkl\u00e4ren sollte. Ich hielt den kleinen Kerl zun\u00e4chst f\u00fcr einen Koffertr\u00e4ger. Als dieser mich anranzte und durch Gesten zu verstehen gab, ich solle ihm aus dem Weg gehen, zische ich ihn (freundlich l\u00e4chelnd, ich wollte mein Gesicht ja nicht verlieren) laut auf deutsch an: &#8220;Pass auf Du kleiner Wicht, ich lasse mir jetzt gleich auf der Stelle Fl\u00fcgel wachsen und schwebe von dannen.&#8221;<br \/>\nDann begann der vermeintliche Koffertr\u00e4ger mit seiner Vorstellung &#8212;&#8212; auf deutsch! Upps, er versteht die deutsche Sprache, ja klasse. Ich sah Heiko an, der nat\u00fcrlich alles mitbekommen hatte und rund um den Kopf grinste. Aber bereits nach dem zweiten Satz wurde mir klar, dass ich mich nicht entschuldigen muss. Der erste Satz begann mit den deutlich und klar und ohne Akzent ausgesprochen Worten: &#8220;Ich freue mich im Namen von xxxx begr\u00fc\u00dfen zu d\u00fcrfen&#8221;. Beim zweiten Satz fragte ich mich, welche Sprache spricht der Kerl, oder besser, versucht er zu sprechen? Jedes 3 &#8211; 4 Wort k\u00f6nnte ein deutsches sein. Dazwischen waren englische und holl\u00e4ndische W\u00f6rter und die L\u00fccken f\u00fcllten W\u00f6rter in einer von mir nicht zu identifizierenden Sprache. Ein paar S\u00e4tze lang h\u00f6rte ich noch zu und konnte auch den Sinn erraten, aber auf die Dauer war mir das zu anstrengend und ich habe lieber aus dem Fenster gesehen. Den anderen ging es genau so. Ich glaube nicht, dass \u00fcberhaupt einer zugeh\u00f6rt hat.<\/p>\n<p>Pl\u00f6tzlich stoppte der Bus. Gab es was zu sehen? Rechts und links der Stra\u00dfe standen B\u00e4ume und Str\u00e4ucher, aber nichts besonderes! Dann kam die Erkl\u00e4rung unseres Guides, die sich \u00fcbersetzt ins reine Deutsch so anh\u00f6rte:&#8221; Wir machen jetzt eine Pause, der Fahrer muss pinkeln. Wenn Sie wollen k\u00f6nnen Sie jetzt auch pinkeln&#8221;. (Das Wort &#8220;pinkeln&#8221; hat er wirklich gesagt.)<br \/>\nDieser Satz wird zu einer meiner liebsten f\u00fcr den Rest der Reise, das beschloss ich sofort.<br \/>\nDie Fahrt ging nach dieser kleinen Unterbrechung weiter auf einer kleinen Stra\u00dfe hoch hinauf in die Berge. Der erste (planm\u00e4\u00dfige) Stopp war an einem Berg mit See. Auch hier hatten wir wieder Gl\u00fcck mit dem Wetter, allerdings st\u00fcrzten sich die Souvenirverk\u00e4ufer auf uns wie Fliegen auf einen Haufen Schei&#8230;&#8230;<br \/>\nDann ging es zum Muttertempel Balis, dem Besakih. Etwas mehr hatte ich mir darunter schon vorgestellt. Die Anlage, obwohl erst ein paar hundert Jahre alt, machte einen verwahrlosten Eindruck. \u00dcberall lag M\u00fcll herum und die Statuen waren verwittert und mit Moos \u00fcberzogen. Mir fielen die indischen Tempelanlagen ein, die seit \u00fcber 1.000 Jahren stehen und weit besser in Schuss waren.<br \/>\nDer letzte Stopp war bei einer alten Gerichtshalle, hier war wenigstens die Gartenanlage gepflegt. Allerdings war ich nicht mehr bereit, dem Kauderwelsch des Guide zu folgen, daher bin ich alleine durch die Anlage gelaufen und habe das f\u00fcr mich Wissenswerte im Reisef\u00fchrer gelesen.<br \/>\nKlar bin ich erholt, ich hatte mich schlie\u00dflich wortlos umgedreht und bin ohne einen Kommentar von mir zu geben gegangen. Vor ein paar Wochen h\u00e4tte ich dem Guide noch ein paar Takte gesagt. Auf englisch versteht sich, damit ich sicher sein konnte, er kann dem Sinn meiner Worte folgen.<\/p>\n<p>Kurze Zeit sp\u00e4ter kamen wir in Ubud an, unserer letzten Station auf Bali. Hier sollten wir 4 Tage bleiben. Wie schon so oft, machte das Hotel einen guten Eindruck. Die Hotelzimmer hatten keine Nummern, sondern waren mit Namen bezeichnet. Zu jedem Zimmer geh\u00f6rte eine kleine Terrasse und ins Zimmer f\u00fchrte eine winzig kleine T\u00fcr. Alles sch\u00f6n und gut. Den Schock bekam ich, als ich im Zimmer war. Es roch extrem muffig, die W\u00e4nde mussten vor langer, langer Zeit mal wei\u00df gewesen sein und das Bad war schlichtweg eine dreckige Zumutung. Hier bleibe ich nicht vier N\u00e4chte! Das stand f\u00fcr mich sofort fest. Bel\u00fcften konnte man das Zimmer, in dem man die T\u00fcr aufl\u00e4sst. Die Fenster waren kleine Ausbuchtungen in Schie\u00dfschartengr\u00f6\u00dfe und unterhalb der Decke angebracht. Zwar waren sie mit kunstvoll geschnitztem Holz verziert, aber ohne Glas und ohne M\u00fcckennetz. Um unser eigenes M\u00fcckennetz anzubringen, h\u00e4tten wir vorher den Ventilator demontieren m\u00fcssen.<br \/>\nHeiko und ich sa\u00dfen auf unserer kleinen Terrasse und gaben unserer Unlust freien Lauf, als Gudrun und Lutz, die im ersten Stock ihr Zimmer hatten, die Treppe herunter kamen. Gudruns Gesicht sprach B\u00e4nde und als sie sagte, dass ihr Zimmer nach Pisse stinken w\u00fcrde, ist Heiko mit ihr an die Rezeption gegangen.<br \/>\nNach kurzer Besichtigung der besseren Zimmer und heftigem Feilschen, zogen Heiko und ich, Gudrun und Lutz und auch Michaela und Anja f\u00fcr je 10 \u20ac\/Nacht um.<br \/>\nGeradezu ein Palast war unser neues Zimmer. Gro\u00dfes marmorgefliestes Bad mit herzf\u00f6rmiger Badewanne, ein 2,40 x 2,40 gro\u00dfes Himmelbett mit Moskitonetz, Platz zum Tanzen (wenn man wollte), Fernseher, K\u00fchlschrank und leiselaufender Klimaanlage. Dann aber der Balkon. Wundersch\u00f6n mit breiter Marmorbr\u00fcstung, einem Tisch, zwei St\u00fchlen und einer gro\u00dfen aus Holz geschnitzten Bank mit passendem Tisch davor. Vom Balkon aus konnten wir direkt in den Dschungel sehen. Klar, dass sich unsere Laune sofort besserte.<\/p>\n<p>Als n\u00e4chstes schoben wir los, um Bier, Softdrinks und Knabbereien f\u00fcr abends einzukaufen. Rechst und links der Stra\u00dfe reihte sich K\u00fcnstleratelier an K\u00fcnstleratelier, hier gab es die herrlichsten Sachen, meist aus Holz geschnitzt, zu kaufen. Aufatmend ersp\u00e4hte Heiko auch einige Geldautomaten. Jetzt steht einer kleinen Shoppingtour am n\u00e4chsten oder \u00fcbern\u00e4chsten Tag nichts mehr im Wege.<br \/>\nAbends waren wir mit Gudrun und Lutz lecker essen. Ich hatte eine Pizza mit der genialsten Mischung, die man sich vorstellen kann. Neben den \u00fcblichen Belag wie K\u00e4se, Schinken, Champignons, Salami war auch Banane, Ananas und Anchovis. Da ich die Pizza direkt auch noch mit extra Knoblauch bestellte, gab es bei jedem Bissen eine neue Geschmacksexplosion.<br \/>\nAm Pool tranken wir zum Abschluss des erfolgreichen Tages ein herrlich gek\u00fchltes Bierchen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wecken 7.30 Uhr, Fr\u00fchst\u00fcck 8.00 Uhr, Abfahrt 8.30 Uhr, Fettn\u00e4pfchen 8.35 Uhr Mit an Bord hatten wir einen Guide, der uns auf dem Weg nach Ubud drei Sehensw\u00fcrdigkeiten zeigen und erkl\u00e4ren sollte. Ich hielt den kleinen Kerl zun\u00e4chst f\u00fcr einen Koffertr\u00e4ger. 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