{"id":20,"date":"2002-03-14T14:35:48","date_gmt":"2002-03-14T12:35:48","guid":{"rendered":"http:\/\/urlaub.vogt-clan.de\/2002\/03\/14\/delhi\/"},"modified":"2012-09-29T13:29:45","modified_gmt":"2012-09-29T11:29:45","slug":"delhi","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/urlaub.vogt-clan.de\/?p=20","title":{"rendered":"Delhi"},"content":{"rendered":"<p>Nachdem wir uns in den Betten herumw\u00e4lzten, wir m\u00fcssen uns erst noch an die \u201eindischen Matratzen\u201c gew\u00f6hnen, die aus einem Brett und einer d\u00fcnnen Schaumstoffauflage bestehen, haben wir dann doch ganz gut geschlafen.<br \/>\nIm Gegensatz zu den Zimmern der anderen, liegt unser in Richtung Hinterhof und so wurden wir mit Vogelgezwitscher geweckt. Zum Fr\u00fchst\u00fcck, wo wir uns beschnupperten, gab es Toast und Marmelade, wir wollten ja vorsichtig anfangen.<br \/>\nDa der Bus heute offiziell nicht gebraucht wurde, haben wir das Angebot, dass wir vom Fahrer \u201eprivat\u201c ein bisschen gefahren werden, in Anbetracht des Trubels in der Nacht auf den Stra\u00dfen dankend angenommen. Wie gebannt starrte jeder aus dem Fenster, was f\u00fcr ein Chaos auf den Stra\u00dfen. Hier gilt wirklich noch das Recht des St\u00e4rkeren. Nach kurzer Zeit war aber festzustellen, dass dieses Durcheinander wohl doch nach irgendwelchen Regeln zu beherrschen gewesen w\u00e4re, wenn man Kenntnis von der indischen StVO h\u00e4tte. Was bei uns in Deutschland zu Massenkarambolagen gef\u00fchrt h\u00e4tte \u2013 hier passierte nichts, da wurde der Gegenverkehr ausgebremst, weil aus den eigentlich eingezeichneten (!) drei, f\u00fcnf Fahrspuren gemacht wurden.<br \/>\nAuf dem Parkplatz des Roten Forts angekommen, waren wir in atemberaubender Geschwindigkeit von 18 Rikschafahrern umkreist. Es stie\u00dfen immer mehr H\u00e4ndler dazu, einer verkaufte sogar B\u00e4rte, was mich sofort an \u201edas Leben des Brian\u201c erinnerte und einen Heiterkeitsausbruch bei mir verursachte, an den sich meine Mitreisenden erst gew\u00f6hnen mussten&#8230;.. Nach z\u00e4hen Preisdiskussionen, die zum Gl\u00fcck Dunja f\u00fcr uns f\u00fchrte, ging es los. Der Spa\u00df sollte uns pro Rikscha f\u00fcr 2 Personen und einem halben Tag 50 Rupien kosten, was ca. 1,25 \u20ac entspricht.<br \/>\nZuerst ging die Fahrt zur Jamiz Masjia Moschee. Doch eigentlich war die Fahrt das Highlight des Tages. Geradezu unbeschreiblich, die Masse an Bussen, Autos, Tuk-Tuks und anderen Rikschas und wir mittendrin!<br \/>\nNach Besichtigung der Moschee ging es weiter zum Gew\u00fcrzbasar. Zugegeben, ich hatte seinen Besuch auch schon zu Hause fest eingeplant, aber wenn uns Dunja nicht den Weg gezeigt h\u00e4tte, der durch schmale, enge Gassen f\u00fchrte und letztendlich eine steile Treppe hinauf, die wir nie im Leben aus eigenem Antrieb erklommen h\u00e4tten: Das Erlebnis h\u00e4tten wir verpasst. Oben angekommen, war es wie in einem anderen Leben, als w\u00e4re die Zeit vor hunderten von Jahren stehen geblieben. S\u00e4ckeweise standen hier in einem ungeordneten Chaos Gew\u00fcrze herum, von denen von denen wir manche vom Aussehen (Pfeffer) oder vom Duft (Kr\u00e4uter) her zuordnen konnten. Bei manchen Sachen mussten aber wir passen.<br \/>\nKurz vor Ende des Basars passierte es, gerade als ich an einem Stand vorbei ging, wurde ein Sack mit getrockneten roten Chilischoten aufgeschnitten. Sofort hatte ich die Sch\u00e4rfe im Hals, in der Nase und in den Augen. Nach Ende der Husten- und Niesattacke ging es aber frohen Mutes wieder zu unseren Rikschafahrern zur\u00fcck, die uns dann wieder durch das Gewimmel der Stadt zum Bus brachten.<br \/>\nDie n\u00e4chste Stationen waren das Humaynas Mausoleum, das Grab Gandhi und das India Gate. Vom Gate aus konnte jeder unternehmen, was er wollte. Wir machten uns mit Gudrun und Lutz auf die Suche nach einem Tuk-Tuk und nachdem diese erfolgreich war, fuhren wir in Richtung Connaught Place auf der Suche nach etwas Essbaren. Nachdem alle Stra\u00dfenk\u00fcchen und Mc. D. abgelehnt wurden, landeten wir in einem noblen Restaurant, wo wir ein St\u00fcndchen bei Bier vom Fass und Knoblauchbrot entspannten. So gest\u00e4rkt, machten wir noch den unterirdischen Basar, von dem wir erst im Nachhinein h\u00f6rten, dass er gef\u00e4hrlich f\u00fcr Touristen sein soll und ein paar Nebenstra\u00dfen unsicher. Wir wehrten dabei Bettler und Stra\u00dfenh\u00e4ndler ab. Fix hatten wir diesmal ein Tuk-Tuk gefunden, das uns nach einer erneut aufregenden Fahrt vor unserem Hotel absetzte.<br \/>\nUm 18.30 Uhr wollten wir uns zu unserem gemeinsamen Abendessen treffen, dass auf Anraten von Dunja in ein Restaurant mit s\u00fcdindischen Spezialit\u00e4ten stattfinden soll. Gut war es, das indische Essen. Ich kann zwar nicht genau definieren, was ich gegessen habe, aber es war vegetarisch. Wir brauchten also keine Angst zu haben, irgendein Tier gegessen zu haben, was wir zu Hause nicht mal angefasst h\u00e4tten.<br \/>\nZum Abschluss des Tages gab es noch ein Bierchen im Hotel, nachdem wir das erste Interneterlebnis in einem Keller hinter uns hatten, war es auch verdient. Dann ging es aufs Zimmer und die R\u00fccks\u00e4cke wurden gepackt. Morgen wollen wir um 8.30 Uhr los. Eine 8st\u00fcndige Fahrt erwartete uns.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem wir uns in den Betten herumw\u00e4lzten, wir m\u00fcssen uns erst noch an die \u201eindischen Matratzen\u201c gew\u00f6hnen, die aus einem Brett und einer d\u00fcnnen Schaumstoffauflage bestehen, haben wir dann doch ganz gut geschlafen. Im Gegensatz zu den Zimmern der anderen, liegt unser in Richtung Hinterhof und so wurden wir mit Vogelgezwitscher geweckt. 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