Ankunft

In Singapur ist es jetzt 10.00 Uhr vormittags und wir haben 30 Minuten Aufenthalt, die wir natürlich für ein Zigarettchen nutzen wollen. Also, raus aus dem Flieger.
Der Gang zum Flughafengebäude ist auf 18 Grad heruntergekühlt und alle Passagiere müssen an einem Wärmebildmonitor vorbei. Sobald ein Passagier Temperatur, sprich Fieber hat, wird er direkt aus dem Verkehr gezogen und muss auf die Quarantänestation. Zum Glück konnten wir alle passieren und irrten auf dem riesigen Flughafen von Singapur auf der Suche nach einer Insel der Glückseeligkeit herum. Am entgegengesetzten Ende, kilometerlange Laufbänder weit, haben wir dann eine gefunden, die Zeit reichte nur für einen Glimmstängel und schon hechteten wir wieder zurück.
Dann ging es in den Flieger nach Jakarta, diesmal aber nur noch für 1,5 Std.

In Jakarta gab es das erste Chaos! Heiko und ich waren uns sicher, dass unser Gepäck nicht bis nach Medan, Sumatra, durchgecheckt wird, da Medan kein internationaler Flughafen ist, der Rest der Gruppe war aber anderer Meinung, da sie eine entsprechende Information in Amsterdam bekommen hätten..
Es wurde diskutiert: Gehen wir direkt ins Flugzeug oder warten wir aufs Gepäck? Wir behielten Recht und das Ende vom Lied war: boarding time: 11.30 Uhr, Start: 12.00 Uhr, wir im Flieger mit hängenden Zungen und Durst genug für ´nen six Pack Bier um 11.56 Uhr.

Nach weiteren 2 Stunden Fliegerei hatten wir endlich unser Ziel erreicht: Medan. Ein kleiner Bus, mit Platz genug für 6 Personen (davon für drei mit je einer Doppelsitzreihe), wartete schon auch uns. Die 3,5 stündige Fahrt verging erstaunlich schnell. Wir machten unsere ersten Fotostopps bei einer Dorfhochzeit und einer Palmölplantage. Die Plantagenfelder, wenn man sie so bezeichnen kann, begleiteten uns auf gut zwei Stunden Fahrt. Palmen rechts und links vom Straßenrand, so weit das Auge reichte.
Dann, fast versteckt im Dschungel, kam unser Hotel in Sicht. Der Busparkplatz lag vor einem Fluss und das Hotel – über eine Hängebrücke zu erreichen – dahinter. Sofort stürmten 25 – 30 Jugendliche (fast) den Bus, in der Hoffnung, sich mit dem Tragen eines Gepäckstückes etwas Taschengeld zu verdienen.
Über die Hängebrücke ging es, an einem kleinen Dörfchen vorbei, zum Hotel. Wir würden die besten Zimmer bekommen, versprach Veronica und Recht hatte sie. Unser Doppelbett stand auf einer gefliesten Empore, hatte ein Moskitonetz (und Heiko sofort glänzende Augen); der Brüller war aber das nach oben offenen Gartenbad. 2/3 war Dschungel, ein Waschbecken, ein Klo und ein Etwas, was aussah, wie ein Duschkopf, der an der Wand hing. Daneben ein Regler, was wohl bedeutet: Wasser an oder aus. Kein warmes Wasser? Der Gedanke durchzuckte mich und: Kalt duschen? Die Haare waschen? Meine Befürchtungen waren aber umsonst, zwar kam kein heißes Wasser, aber auch kein kaltes, es war eher lau. Bei der Hitze und der hohen Luftfeuchtigkeit sogar sehr, sehr angenehm.

Um 19.30 Uhr trafen wir uns zum Essen im Hotel-Restaurant. Es war ein großer Bereich ohne Wände mit Tischen und Stühlen, nur mit einem Rattan-Bambusdach gegen evtl. Regengüsse geschützt. Ein Tisch war besetzt, wie sich herausstellte mit einer 20 Personen zählenden Reisegruppe von Djoser Holland. Für 80 Cent/Person schlugen wir uns die Mägen voll. 0,7 l Bier kostete 1,50 €. Es wurde ein billiger Abend.

Jetzt sitzen wir auf unserer Terrasse, trinken noch einen Absacker und lauschen der Dschungelmusik: Grillen, Kröten, Geckos und ich weiß nicht was noch alles.

Waldmenschen

Wecken um 6.00 Uhr, Frühstück um 6.30 Uhr.
Das war eine heiße Nacht, abgekühlt hat es nicht, jedenfalls habe ich es nicht bemerkt. Wie schön ist da eine laue Dusche. Um überhaupt einschlafen zu können, habe ich so lange an Winter und Schneestürme gedacht, bis es mir endlich gelang.
Zum Frühstück gab es vorweg 1/4 Ananas. Süß und saftig, wie sie sein sollte. Nach Toast und Ei kam auch schon unser Guide Benny, der uns durch den Dschungel führen sollte. Bis auf Gudrun, die leider Probleme mit ihren Füßen hatte, waren alle Feuer und Flamme und total aufgeregt.

Zuerst ging es mit Benny einen fast bequemen Fußweg entlang durchs Dörfchen, dann setzten wir in kleinen Booten über den Fluss. Im Anfangsbereich des Nationalparks gelangten wir an eine Plattform, wo Orang Utans mit Milch und Bananen gefüttert werden, damit sie ausgewildert werden können. Häh? Auswildern, also wieder an das Leben im Dschungel gewöhnen und dann füttern?
Die Erklärung kam von Benny: Irgendwann ist den Affen das zwar bequeme, aber eintönige Essen zu langweilig und sie gehen selber in den Dschungel, um andere Früchte und Blätter zu fressen. Jetzt machte es auch für uns einen Sinn. Ob wir tatsächlich welche sehen werden? Von Rainer wusste ich, dass er damals umsonst auf die Waldmenschen, wie Orang Utan auf deutsch heißt (Orang = Mensch; Utan = Wald), gewartet hat.
Aber dann kamen sie!! Große, kleine und Mütter mit ihren Kindern.
Nachdem wir der Fütterung eine Zeitlang zusahen und mir der Zeigefinger vom ständigen Fotografieren schon drohte anzuschwellen, ging es aber richtig in den Dschungel. Es ging auf die heftigste Art und Weise den Berg hoch. Wir mussten über Bäume und Baumwurzeln klettern und uns an Lianen festhalten, wenn es wieder ein Stückchen bergab ging. Es war so, als wenn ich mein Büro verlassen will und dazu den geraden Weg über Stuhl, Tisch und Schrank nehmen würde.


Zwischendurch sahen wir immer wieder wilde Orang Utans, die uns misstrauisch beäugten. Nach 3 Stunden und bis auf die Unterhose durchgeschwitzt kamen wir wieder im Hotel an.
Ein Bintang (einheimisches Bier), das hatten wir uns nun redlich verdient. Nach einer kurzen Pause zog es Heiko und mich über die Hängebrücke in Richtung Dorf, die erste Email wollte geschrieben werden.

Auf unserer Terrasse sitzend, lesend und mit den anderen über das grandiose Dschungelabenteuer quatschend, vertrieben wir uns den Nachmittag bis zum Abendessen. In dieser Zeit machte das Sandmännchen bei mir einen Zwischenstopp und ich beschloss, mich für ein paar Minuten oder vielleicht auch ein halbes Stündchen hinzulegen. Gesagt, getan, das Bett dichtete ich mit des Moskitonetz ab und war fast eingeschlafen, als ich Lärm hörte.
Ich dachte, wer denn auf die bekloppte Idee kommt, mitten im Dschungel ein Moped zu reparieren, als dann noch ein vermeidlich zweiter kaputter Auspuff zu hören war, bin ich der Sache auf die Spur gegangen und habe das Rätsel schnell gelöst: Es waren nur zwei kinderfaustgroße Käfer, die den Weg ins Bad – aber nicht wieder herausgefunden haben und den Höllenlärm verursachten. So konnte ich mich dann beruhigt meinem Schönheitsschlaf hingeben.

Während des Abendessen konnten wir nicht aufhören, uns gegenseitig zu erzählen, wie toll die Orang Utans, Schmetterlinge, Bäume und was noch alles gewesen war. Um 22.00 Uhr ging es wieder auf die Terrasse, auf den „Gute-Nacht-Whiskey“.

Busfahrt

Um 5.45 Uhr erklang bereits das freundliche „Good Morning“ unseres menschlichen Weckers. Die zweite heiße Nacht war überstanden. Gestern, kurz vor dem Einschlafen, hatten wir noch ein Erlebnis der dritten Art: Als ich unser offenes Bad betrat, um vor dem Schlafengehen noch einmal die Toilette auszusuchen, damit ich nicht in der Nacht durch das Moskitonetz über dem Bett zu Fall gebracht werde, was starrte mich in ca. 3 Meter Höhe an?? Die größte und fetteste Spinne, die ich je in meinem Leben gesehen habe und auch hoffentlich nie mehr sehen werde! Selbst aus der Entfernung, war sie noch Handteller groß. Es war ein Exemplar mit dicken Beinen, ob behaart, konnte ich nicht erkennen, aber ich behaupte mal: ja sicher.
Nun war guter Rat teuer. Ich musste aufs Klo, die Spinne saß in nicht zu erreichender Entfernung genau an der Wand, der ich beim Pipi machen den Rücken zudrehe. Verkehrt herum aufs Klo? Mit Taschenspiegel pullern? Ohnmächtig zusammen brechen? War mir alles zu blöd.
Also rief ich Heiko, der auch erst einmal schlucken musste. Er hat dann die Spinne während meines Geschäftchens im Auge behalten und ich habe es bei ihm genauso gemacht.
Heute morgen war die Spinne weg. Sicherheitshalber bin ich aber auch ohne Brille ins Bad gegangen.
Etwas verpennt saßen wir kurz nach 6.00 Uhr am Frühstücktisch. Je nach Gusto gab es Nasi Goreng, Bananapancake, Nudelsuppe oder Obstsalat.

Dann ging die Busfahrt, die bis 18.00 Uhr dauern sollte los. Veronica versprach, dass viele Stopps eingelegt würden, die die Fahrt unterbrechen und damit es nicht langweilig werden sollte.
So wurde es auch gemacht: Der 1. Stopp war in an einem chinesischen Tempel, in dessen Innenbereich Glasvitrinen aufgestellt waren. In den Vitrinen befanden sich Urnen und ein Passbild des Verstorbenen hing jeweils davor. Eben die chinesische platzsparende Version eines Friedhofes.

Dann gab es noch eine kleine Kaffeepause und auf Wunsch aller, war zum Mittag echtes indonesisches Essen (Padang) angesagt.
Aber unsere Gesichter wurden immer länger, als wir sahen, was uns aufgetischt wurde. Fischköpfe, die einen angrinsten; Mägen und Därme; Nierchen, Trockenfisch usw.. Angewidert verließen Gudrun und Lutz sofort den Tisch, wir haben aber gute Miene zum bösen Essen gemacht und uns das herausgepickt, was wir mochten. So gab es für Heiko Gado-Gado (Gemüse in Erdnusssoße) und für mich Schalentiere. Auch Anja und Georg (vor allem Georg) haben sich tapfer um die o.g. Speisen herum gegessen und sind dann mit uns schnurstracks zum Obstmarkt gegangen, um den restl. Hunger mit frischer Ananas zu stillen.
Gut bei dem Padang Essen ist, dass nur das bezahlt werden muss, was auch gegessen wurde, also fiel die Rechnung im Lokal nicht sonderlich hoch aus …..

So gestärkt fuhren wir weiter in ein Batang-Dorf, was nicht unbedingt der Brüller war, es war uns hier zu schmutzig und verkommen, dafür hat uns aber der in der Nähe befindliche Königspalast um so besser gefallen.
So langsam näherten wir uns dem Dörfchen, wo uns das hoteleigene Boot nach Tuk-Tuk auf die Insel Samosir brachte. Die 45 Minuten Überfahrt erfolgte hinein in einen traumhaften Sonnenuntergang.


Unser „Hotel Toledo“ war spitze. Eine weitläufige Anlage, direkt am See gelegen und unsere Zimmer hatten alle Seeblick.

Abendessen gab es heute im Restaurant „Bamboo“. Unten auf der Speisekarte stand: Wenn Sie Musik haben wollen, dann fragen Sie danach. Wir wollten und fragten.
Nach 15 Minuten war ein Viertel des Lokales leergeräumt (außer uns waren eh keine anderen Gäste da), um so Platz für 5 Männer zu schaffen, die uns mit Gesang und Gitarrenspiel unterhielten. Der Sumatra-Sunrise, ein Getränk aus Arrak und Zitronensaft, tat sein übriges, um den Abend zum Erlebnis zu machen.

Morgen kann jeder das tun, wozu er Lust hat, daher ist es nicht schlimm, dass ich die letzten Worte gegen Mitternacht zu Papier bringe, denn morgen kann ich so lange schlafen, wie ich will!

Samosir

Heiko war bereits um 5.30 Uhr wach. Gnädig lies er mich bis halb acht schlafen. Zum Frühstück gegen 8.30 Uhr trafen wir uns nach und nach. Dann gingen wir aber getrennte Wege: Schorsch, Gudrun und Lutz mieteten sich Mopeds; Anja und Veronika ließen sich von Roy (dem Sänger aus dem Bamboo) per Boot die Insel zeigen. Wir wollten sehen, wie weit wir zu Fuß kommen.
Zuerst taperten wir, vorbei an vielen kleinen Läden, Restaurants und Hotels, in Richtung Tombok. In punkto Tourismus muss hier vor den Terroranschlägen auf Bali richtig was los gewesen sein. Im Moment sind vielleicht nur 30 andere Touristen auf der Insel. Trotzdem riefen uns die Händler ein freundliches „Hello“ oder „Good morning“ zu und versuchten nicht, uns dazu zu bewegen, etwas zu kaufen oder sich ihre Waren nur an zu sehen.
In Tombok selbst, war es wie im Basar von Istanbul – nur ohne Touristen. Ich weiß nicht, wie die Menschen, deren frühere Einnahmequelle der Tourismus war, jetzt leben können.
Wir sahen uns das Königsgrab und ein paar Steinfiguren an: nicht gerade prickelnd. Dann liefen wir weiter zum nächsten Ort Amorosi: auch da wollten wir uns ein Königsgrab, eine alte Versammlungsstätte und einen Steintisch ansehen, wo früher die Verurteilten geköpft wurden. Nach der Hinrichtung aß man den mit Büffelfleisch gekochten Körper. Aber wir hatten den Abzweig nach Amorosi um ca. 3 km verpasst! Also wieder zurück.
Langsam aber sicher hatte ich keinen Bock mehr auf Laufen, die Sonne schien immer heißer und Durst hatte ich auch wie Sau. An meiner Lustlosigkeit änderte auch die wunderbare Gegend um mich herum nichts mehr.
In meinem Kopf manifestierte sich der Gedanke, dass die Miete eines Mopeds oder von zwei Fahrrädern eine bessere Entscheidung gewesen wäre.

Nach ca. 20 Kilometern und 6 Stunden Fußmarsch kam endlich das Bamboo in Sicht. Heiko lockte mich schon seit mindestens 2 Stunden mit der Aussicht auf eine kühles Bierchen und einem Avocadosalat als Stärkung.
In „unserer“ Kneipe trafen wir auch Anja und Veronica, deren Bootstour bereits zu Ende war, na ja, es war inzwischen auch schon 16.00 Uhr. Der Wirt fragte uns, ob wir am Abend wieder kämen, er würde dann für uns frischen Fisch kaufen. Als wir seine Fragen bejahten, schob er auch direkt los in Richtung Hafen.
Auf dem Weg ins Hotel, es war zum Glück nur noch ein Fußweg von 5 Minuten, fielen wir auf einmal einer Horde von ca. 10jährigen Mädchen in die Hände. Wir mussten Autogramme geben und jede ließ sich mit uns fotografieren. Ob sie uns mit jemanden verwechselten? Lag es an Heikos Körpergröße, an meiner Haarfarbe? Ich weiß es nicht, wir kamen uns jedenfalls vor wie Superstars und genossen die Autogrammstunde. Sogar meine Füße taten nicht mehr weh.

Der Fisch, der Abends frisch gegrillt wurde, war super gut, gleiches galt auch für den anschließend genossenen Sumatra-Sunrise. Spätestes nach dem dritten Glas sah man wirklich die Sonne aufgehen. Auf diese Weise mit der nötigen Bettschwere versehen, machen wir uns mit den R.s auf den Heimweg.
Wir vier fanden aber noch einen wunderschönen Platz an der Uferpromenade und ließen uns Whiskey und heimischen Obstler schmecken. Ca. 1 Stunde später erschienen Anja und Veronica. (Georg war den ganzen Abend nicht zu sehen). Die beiden regten sich über Roy auf, der wohl vergeblich versucht hat, die beiden anzubaggern …

Bunter Abend

Wecken um 5.45 Uhr. Frühstück um 6.15
Beim Frühstück hatten wir, trotz der frühen Stunde, schon so viel Spaß, dass sich das Personal bestimmt gefragt hatte, was wir für Drogen eingenommen haben.
Vielleicht war es Galgenhumor? Ein anstrengender Tag stand uns bevor: Die halbe Stunde Fahrt mit dem Boot wieder rüber zum anderen Ufer war noch lustig, aber dann kam eine 12stündige Busfahrt.
Logisch haben wir sie überstanden. Die Fahrt mit Besichtigungen von Kakao- Kaffee- und Ananasplantagen, Kaffee/Tee-Stopps und diversen Nickerchen unterbrechend, verging die Zeit relativ schnell.
Wir fuhren den ganzen Tag auf dem Trans-Sumatra-Highway. Eine Straße mit 1 1/2 Fahrspuren und mit dem beschissensten Straßenbelag (wenn überhaupt einer da war), den ich je gesehen habe.
Zur Entschädigung für die lange Fahrt war das Hotel wie ein Palast. Klar, so etwas geht auch nicht ohne Wehmutstropfen: Die Stadt war durch und durch muslimisch, daher das Bier im hoteleigenen Restaurant entsprechen teuer. In den umliegenden Lokalen gab es überhaupt keinen Alkohol zu kaufen. Gut, dass wir uns während eines Stopps mit Bier eindeckten und unsere Mitreisenden zum „rheinischen Abend“ auf unser Hotelzimmer einluden. R.s kannten das schon aus Indien, der Rest nahm zuerst zögernd, dann aber begeistert den Vorschlag an.

Die Mitreisenden erfahren die Geselligkeit der Ruhrpottler

Während wir im Restaurant aßen, standen die Bierflaschen also – in Ermangelung einer Minibar – vor der Klimaanlage, damit sie auf Trinktemperatur kamen.
Nach 23.00 Uhr sind die letzten unserer kleinen Gruppe gegangen und daher behaupte ich, dass es allen gut gefallen hat.

 

Bukittingi 1

Wecken um 7.00 Uhr
Nach einem gemütlichen Frühstück ging es weiter mit dem Bus nach Bukittingi.
Der erste Stopp der heutigen Tour war bei der größten Koranschule Indonesiens. Sie wird in der Form eines Internates geführt. Jeder Schüler hat seinen eigenen Bungalow in der Größe einer Hundehütte, die so eben für einen deutschen Schäferhund ausgereicht hätte. Aber, sie sind ja nicht zum Vergnügen, sondern zum Lernen hier.
Weiter ging es auf einer wunderschöne Strecke immer am Fluss Bawangidas entlag. Wir hatten das Glück, einen Goldwäscher bei der Arbeit zu beobachten. Sein „Fang“, den er uns stolz präsentierte, betrug ca. 1 Gramm Gold pro Tag. Wie heißt es so schön? Zuviel zum Sterben, zuwenig zum Leben? Dafür musste der arme Mann den ganzen Tag bis zu den Oberschenkeln in gebückter Haltung im doch recht kalten Wasser stehen und Kies sieben.

In mitten eines herrlichen Gartens lag das Restaurant, das wir zum Mittagessen ansteuerten. Es gab Ananaspfannkuchen und eine Millionen Mücken. Da Heiko neben mir saß, hatte ich damit aber keine Probleme und konnte es mir schmecken lassen.
Dann kam die Äquatorüberquerung, wo die Fotoapperate wieder bis zu Erschöpfung arbeiteten.
Nach diversen Fotostopps erreichten wir ein Gebiet, wo es die größte Blume der Welt geben soll. Sie wächst 9 Monate – blüht aber nur 4 Tage, dafür hat die Blüte dann aber auch einen Durchmesser von ca. 1,5 Metern.
Einen Mann, den wir am Straßenrand nach der Blume fragten, meinte, wir könnten Glück haben und gegen eine geringe Bezahlung erklärte er sich bereit, uns zu ihr zu führen. Die Frage, ob wir für den Weg unsere festen Wanderschuhe anziehen müssen, verneinte er.
Also machten wir uns in unseren Treckkingsandalen auf den Weg. Zuerst ging es durch ein Dorf, dann meilenweit durch Reisfelder und zum Schluss hoch hinauf in den Dschungel. Er führte uns über umgestürzte Bäume und auf rutschigen Steinen über Bachläufe. Ganz zum Schluss mussten wir noch ca. 15 Meter steil auf einen Hügel hinauf, wo es keinerlei Haltemöglichkeiten gab. Der Guide kletterte wie ein Affe vor, kam zurück und sprach die verhängnisvollen Worte: „Sorry it´s close“.
Da stand ich nun voller Erwartung! Schnaufend, schwitzend und mit schlammverkrusteten, nassen Füßen (die Wanderschuhe waren ja im Bus). „Ich bring ihn um, den kleinen Wichser!“ war meine lautstarke Reaktion. Gudrun, die vor lauter Anstrengung schon kurz vorm Heulen war, dachte wohl das Gleiche. Dann aber ging Georg den Hügel hoch. Er berichtete von 1 verblühten, 2 kleinen und 1 halb aufgeblühten Blüte, die wohl schon die Größe eines Kürbisses hatte.
Heiko war es, der sich erbarmte und den Hügel erklomm, um für uns die Fotos zu machen, denn ich wäre diese steile Felswand nie im Leben wieder heil heruntergekommen. Mein Gatte mache es einigermaßen elegant, es wäre auch alles nicht so schlimm gewesen, WENN ER WANDERSCHUHE UND KEINE HELLE HOSE ANGEHABT HÄTTE!!!


Ermattet und dreckig wie Schweine, die sich im Schlamm gesuhlt haben, saßen wir nach dem Rückmarsch wieder im Bus. Der Führer bekam übrigens nur die Hälfte des vereinbarten Preises, in meinen Augen noch zuviel. Eigentlich hätte er mich zur Strafe zurück tragen müssen.

Nach 15 Minuten Fahrt waren wir im Limas, unserem Hotel in Bukkitingi angekommen.
Was freute sich der Mensch der hoteleigenen Wäscherei, dass er endlich etwas zu tun bekam. Ich allerding hege so meine Zweifel, ob aus Heikos Hose jemals die Flecken wieder herausgehen.
Am Abend haben wir dann noch lecker gegessen, nach Hause gemailt und bis kurz vor Mitternacht an der Hotelbar zusammen gesessen.

Bukittingi 2

Ausschlafen war heute die Devise. Erst um 8.30 Uhr frühstückten wir und dann ging es mit unserem Bus zum Königspalast.
Der ursprüngliche Palast wurde im Unabhängigkeitskrieg zerstört, aber originalgetreu wieder aufgebaut.
Die Fahrt wurde auch wieder von Fotostopps und einer kleinen Wanderung unterbrochen. Ich glaube, ich habe jetzt schon zuviele Bilder von zu vielen Reisfeldern- und terrassen gemacht, aber sie sind auch immer wieder zu schön, um sie nicht zu knipsen.
Wir besichtigten eine Kaffeemühle, die eigentlich Kaffeemörser hätte heißen müssen. Mit Wasserkraft wurde vor der kleinen Hütte ein Rad angetrieben, dass wiederum vier Mörser im Hütteninneren antrieb. Auf diese Weise wurden die Kaffeebohnen „gemahlen“. Aber egal, welche Bezeichnung nun die richtige ist: der Duft, der uns schon von weitem entgegenkam, war umwerfend. Sofort hatten alle Kaffeesüchtigen, die sich im Urlaub mit Tee begnügten, Sternchen in den Augen.
Am Palast waren bereits Horden von Schulklassen unterwegs, die Kinder machten für uns Langnasen aber immer respektvoll Platz. Das ging aber nur so lange gut, wie wir uns bewegten, um uns den wirklich schönen Palast anzusehen. Als wir uns auf ein Mäuerchen in den Schatten setzten, kamen zuerst zaghaft sieben Mädchen an und fragten, ob sie mit uns Fotos machen durften. Ohne zu ahnen, was geschehen würde, sagten wie „ja“.
Damit war aber der Bann gebrochen. Der Palast war ab diesem Moment für die Einheimischen so was von egal und wir fühlten uns wieder wie Filmstars.
Etliche volle Filmrollen später, fuhren wir vergnügt und auch ein bisschen stolz und eitel zurück nach Bukkitingi.

Langhaus während der Rundfahrt

Der Nachmittag war „frei“. Trotzdem gingen wir alle zusammen zum Aussichtspunkt der Stadt und genossen die spektakuläre Sicht auf den Canyon. Auch hier gab es wieder Autogrammwünsche zu erfüllen. Nur mit Mühe habe ich mich zurückhalten können, um nicht mit Di, Lady, Buckingham Palace, London, zu unterschreiben.
Anschließend trabten wir mit Anja und Georg weiter zum Wahrzeichen der Stadt, einem großen Glockenturm und stürzten uns dann in das Getümmel des Basars. Bereits nach kurzer Zeit war uns das Gewimmel aber zu viel und wir nahmen eine „Abkürzung“ zum Hotel.
Da Anja und ich uns aber in den Kopf gesetzt hatten, im Hotel eine Wassermelone zu essen, liefen wir kreuz und quer durch die Gassen, kamen dann zu einem Markt und sahen dort einem Mann zu, der in einer Minute ein Hühnchen schlachtete, rupfte und zerlegte. Kurz bevor uns allen schlecht wurde, bogen wir drei ab – Georg hatten wir unterwegs verloren – und liefen ……… in die falsche Richtung.
Erst spät kamen wir im Hotel an, dafür aber mit einer riesigen Wassermelone. Die Melone zerlegten wir auf unserer Dachterrasse, luden Lutz und Gudrun noch dazu ein und schwätzten, bis es Zeit zum Abendessen war.

Als nächtliches Bonbon hatte Veronica uns Karten für einen Tanz der Einheimischen besorgt. Heiko hat direkt dankend abgelehnt, er verbringt lieber den Abend mit seinem Buch.
Bei Abendessen machten Gudrun und Veronica lange Gesichter, denn ihre bestellte Pizza kam auch nach 1,5 Stunden nicht. Wir waren eben in Sumatra und nicht in Italien. So mussten beide hungrig den Abend überstehen.

Die Tanzdarbietung war – na ja ganz nett. Es war eher die Darbietung einer Laienspielgruppe zu sehr gewöhnungsbedürftiger Musik. Trotzdem gingen die 100 Minuten Programm erstaunlich schnell um.
Im Hotel saß Heiko gemütlich mit Bierchen und seinem Buch an der Bar. Zwar waren wir alle müde, aber ohne Absacker wollte keiner von uns ins Bett.
So wurde es nach Mitternacht, bis meine Ohren das Bettlaken berührten.

Sumatra adé

Wecken um 6.30 Uhr, Abfahrt um 8.00 Uhr.
Wir treten die Fahrt zum Flughafen von Padang an. In knapp einer Stunde geht der Flieger, der uns nach Jakarta, Java bringt. Etwas traurig nehmen wir von Sumatra Abschied und hoffen, dass uns die Insel Java mindestens genau so gut gefällt. Mit einer kleinen Verspätung flogen wir los.
Im Flugzeug saß Heiko am Fenster, ich in der Mitte und neben mir ein Indonesier. Als das Essen serviert wurde, hat er sich daraufgestützt, als stände er kurz vor dem Hungertod und fraß wie ein Schwein. In der Zeit, in der ich mein Obst aß, hatte er bereits das warme Gericht, das Brötchen, das Obst und den Kuchen in sich hineingestopft.
Dann friemelte er die Kotztüte heraus, „nein“ schrie ich innerlich „nicht das!“. Aber zum Glück packte er nur die Salz-, Pfeffer- und Zuckertütchen und das Erfrischungstuch hinein. Durchatmen, weiter essen, noch mal gut gegangen.
Am internationalen Flughafen von Jakarta, der Hauptstadt Indonesiens, der so groß war wie unserer in Essen/Mülheim, angekommen, bekamen wir unsere Voucher für die Übernachtungen auf Lombok und Kuta.
Auf der Fahrt zum Hotel kontrollierte Heiko die dort angegebenen Zeiten. Es stimmte (natürlich) nicht mit unserer Planung überein. Uns hat das nicht besonders gewundert und nicht mehr sonderlich aufgeregt, der Urlaub scheint uns bereits gut zu bekommen. Veronica erklärte sich auch sofort bereit, die Angelegenheit für uns zu klären. Soll sie auch, dafür ist sie ja da.
Die Busfahrt vom Flughafen zum Hotel war nach den Tagen in Sumatra erschreckend. Wo noch in Sumatra alles grün war und die Straße nur aus 1,5 Spuren bestand, fuhren wir nun auf einer 6spurigen Autobahn an den Slums von Jakarta vorbei, auf riesige Hochhauskomplexe zu. Es war – von den ausländischen Schriftzügen an den Plakaten und der absolut chaotischen Fahrweise abgesehen – genau so, als wenn man nach Frankfurt reinfährt.


Am Hotel angekommen, was eine sehr gute Wahl von Djoser war, wusch ich erst etwas Wäsche, damit wir für Java wieder frisch gerüstet sind.
Gegen 18.00 Uhr kam Anja und wir wollten mit ihr die Hotelumgebung erkunden, bevor wir uns im Hotel mit den beiden Neuen zum Kennenlern-Essen treffen werden.
Wir sind ca. 50 Meter die Straße entlang gelaufen und kamen uns vor wie Crocodil Dundee in New York. Zu laut, zu dreckig, zu viele stinkende Autos und Mopeds. Übereinstimmend fanden wir die Natur auf Sumatra schöner. Also drehten wir um und tranken an der Hotelbar schon mal ein kleines Bierchen.
Mit den Neuen, Michaela und Yvonne, sind wir auf den Rat von Emil, dem Leiter der holländischen Djoser-Gruppe, in ein Lokal gegangen, das den Charme einer Wartehalle hatte und auf 15 Grad heruntergekühlt war.
Bei einer Außentemperatur von etwa 30 Grad, sah ich mich schon im Fieberwahn die nächsten Tage überstehen. Dafür war das Essen der Innentemperatur angepasst, Pinguine hätten gerne Cha-Cha-Cha darauf getanzt.
Aber warte, mein Freundchen, dachte ich so bei mir, Rache ist süß und schließlich erreichen wir ab sofort immer einen Tag vor den Käsköppen den nächsten Ort, da wird sich das eine oder andere schon regeln lassen.
Das nächste Bierchen haben wir dann in einem Biergarten fröhlich schwitzend zu uns genommen. Wir besprachen den morgigen Tag und als wir uns auf 7.30 Uhr statt 7.00 Uhr frühstücken einigten, zog Gudrun einen Flunsch. Sie wollte von Jakarta etwas sehen und so früh wie möglich los.
Bin mal gespannt, ob sie morgen am Frühstückstisch sitzen.

Jakarta

Ein geiles Frühstücksbuffet hat uns erwartet (und Gudrun und Lutz). Es gab u.a. frisches Obst in rauen Mengen und super leckere Waffeln.
Nachdem wir uns den Magen vollgeschlagen hatten, fuhren wir mit Taxen zum Aussichtsturm. Anschließend gab uns Veronica die Auswahl zwischen Taxi oder Zug zur Weiterfahrt zum Hafen. Da sich keiner äußerte, sagte ich „Zug“. Der Fußweg zum Bahnhof sollte ca. 10 min. dauern. Nach 5 min. wurden aber Taxen angehalten, „man wollte ja was von der Stadt sehen“.
Verstanden hatte ich die Aktion nicht. Unser Taxifahrer brachte uns (wir hatten Anja mit an Bord) bis kurz vor den Hafen und deutete uns, dass es besser wäre, den Rest zu laufen. Auch das hatte ich nicht verstanden.

Aber wir liefen in die angegeben Richtung. An der entscheidenden Stelle bogen wir aber nach links, anstatt nach rechts ab und drehten noch eine Runde über den Fischmarkt. Er bestand aus einer ca. 10 Meter breiten Gasse, links und rechts davon Stände, auf denen neben Fisch auch noch Obst, Gemüse, Schrauben und Plastikgeschirr angeboten wurde.
Der Weg zum Laufen war daher nur noch ca. 3 Meter breit und voll mit Autos, Fahrrädern und 1 Million verschleierten Frauen, die auf der Jagd nach dem Mittagessen waren. Nach 20 – 30 Minuten hatten wir endlich den Ausgang wieder gefunden und das war auch gut so: Die verschleierten Frauen gingen mir ungefähr bis zur Brust, Heiko bis zur Taille. Fast alle starrten uns wie Weltwunder an und hatten das dringende Bedürfnis, uns mal kurz zu berühren. Es hatte den Anschein, als ob sie sich davon überzeugen wollten, ob so etwas großes, weißhäutiges mit blonden bzw. grauen Haaren die gleiche Körpertemperatur hat, wie sie selber.
Kurze Zeit nach Verlassen des Marktes kamen wir auch am Hafen an. Georg war mit den beiden Neuen schon da. Veronica, Gudrun und Lutz kamen erst lange nachdem wir schon den Hafen mit seinen Holzbooten erkundet hatten an. Sie standen knapp 1 Stunde im Stau. Tja Pech, wären wir mal mit dem Zug gefahren …………….
Gemeinsam fuhren wir dann mit dem Bus ins China-Viertel. Auch das war etwas, was ich nicht wirklich gebraucht hätte. Es war voll mit Menschen, Autos und Mopeds, es war laut und stank nach Abgasen. Überhaupt ist Jakarta die dreckigste Stadt, die ich je gesehen habe. Eine Stadt ohne Besonderheiten, ohne Flair und mit dem Charme einer Müllhalde.
Bei unserer Rast im Café Batavia beschlossen Heiko und ich daher auch, den Nachmittag im Hotel zu bringen und auf keinen Fall den Fuß noch einmal in diese Stadt zu setzten, so wollen wir auch das Abendessen im Hotel einnehmen.


Auf dem Zimmer angekommen, wusch ich fix die Hemden, die wir am Vormittag frisch angezogen hatten, durch. Mehrfach musste ich das Wasser wechseln, kaum zu glauben, was ein paar Stunden in Jakarta doch für Spuren hinterlassen können.
Nach dem Abendessen verabschiedeten wir uns gegen 21.30 Uhr von Yvonne, Michaela, Anja und Veronica und haben uns mit ein paar Gläschen Whiskey noch einen lustigen Abend gemacht.

Bandung

Wecken um 6.00 Uhr, Frühstück um 6.30 Uhr, Abfahrt um 7.30 Uhr
Heute steht uns ein spannender Tag bevor. Bei freier Fahrt auf der Autobahn, es war diesmal eine richtige, kamen wir schnell in Bongor an.
Hier erwartete uns der Botanische Garten, also etwas ganz anderes, als die stinkende Stadt Jakarta. Am Eingang empfing uns auch schon ein Guide, der sogar deutsch sprach. Einen ganz süßen Akzent hatte er, fast klang es so, als würde er singen. Er führte uns gut eine Stunde durch den Park und zeigte uns ein Dutzend verschiedener Palmen, erklärte uns die Herstellung von Palmwein, der geschmacklich unserem Federweißen ähnelt. Dann warnte er uns noch vor giftige Pflanzen und zeigte, welche essbar waren. Anschließend schlenderten wir noch ein Stündchen alleine durch den Park, besuchten das Orchideen Haus und außerhalb des Parkes Dunking Donuts.


Weiter ging die Fahrt über den Punkak Pass, vorbei an riesigen Teeplantagen. Der Tee oder besser die Blätter, die anschließend getrocknet werden, wachsen an Sträuchern, die eine leichte Ähnlichkeit mit Ficus Benjamini haben.
Auf der Spitze des Passes lag ein Restaurant mit herrlichem Rundumblick, hier haben wir zu Mittag gegessen und die Aussicht genossen.
Die Fahrt zum Hotel nach Bandung habe ich zum größten Teil verschlafen, so gingen diese drei Stunden für mich schnell um. Im Hotel wurden wir mit frisch gepresstem Papayasaft empfangen – lecker.
Um 17.00 Uhr treffen wir uns, um in die City zu fahren. Bangor ist bekannt für seine „Jeansstraße“, wo es für kleines Geld Hosen geben soll.
Das Abendessen wollen wir auf sundanesische Art (die Sundanesen sind ein Volksstamm auf Java) begehen; um es direkt vorweg zu nehmen, daraus wurde nichts.
Aber von Anfang an: An der Rezeption erkundigte sich Veronica (V) beim Portier (P), welchen Bus wir zur Jeanstraße nehmen müssen. Das Gespräch lief wie folgt ab: (zusammengefasst)
V: Which bus can we take to the city?
P: Yes.
V: Which bus can we take to the city?
P: Yes.
V: Which bus?
P: Yes, which bus.
Muss ich erwähnen, dass ich mir vor Lachen fast in die Hose gemacht habe?
Zu guter Letzt schnappten wir uns den Securitymann, damit er für uns auf der Straße einfach einen Bus anhält und dem Fahrer erklärt, wo wir hinwollen.
Die indonesischen Busse ähneln VW-Bussen, sie sind nur etwas kleiner.
Schräg zur Fahrtrichtung sind Bänke angebracht, die für unsere europäischen Hintern eindeutig zu kurz sind. Auf diesen hockten wir (Michaela, Anja, Yvonne, Veronica, Heiko und ich) nun mit noch 5 Einheimischen wie Hühner auf der Stange. Die Bustür stand auf und die ganzen Abgase (nicht gerade wenig) kamen in den Innenraum. Ich hielt mir Mund und Nase zu. Anja, die mir gegenüber saß, fragte mich, wie ich den atmen würde. „Mit die Ohren“ war meine Antwort. Pause. Anja: „Dann holt der, der neben Yvonne sitzt, aber tief Luft“. Alle beugten sich vor und sahen einen ca. 25jährigen Mann mit riesengroßen runden und grausam abstehenden Ohren. Brüllendes Gelächter brach aus und hielt minutenlang an.
Anschließend wurde der Rest unserer Mitfahrer durch den Kakao gezogen. Zum Glück hat uns keiner verstanden und sich womöglich noch mit „´nen schönen Abend noch“ verabschiedet.
Die Jeansstraße ist was für Shopping-Verrückte. Calvin Klein Jeans für 4,50 € etc. Sogar große Größen waren vorhanden. Aber, bereits beim Anfassen färbte der Stoff ab. So wurde nichts aus dem Schnäppchenkauf. Dafür bekamen wir alle langsam aber sicher Hunger. Da das sundanesische Lokal aber noch gut 30 Minuten Fußweg entfernt war, entschlossen wir uns, ein Restaurant im Bereich unseres jetzigen Standortes zu suchen.
Während die anderen noch Bier für einen lustigen Abend einkauften, betrat ich das nächste Lokal und freudestrahlend, als wäre ich die erste Besucherin seit Monaten, kam der Besitzer auf mich zu. Es war der erste Javaner, der super gut englisch sprach. Als dann der Rest der Truppe kam, war seine Freude über die Gäste fast grenzenlos. Er übersetzte die in indonesischer Sprache gehaltene Speisekarte und scheuchte die Kellnerin, uns erst einmal einen Tee auf Kosten des Hauses zu bringen.
Je mehr er sprach und gestikulierte, um so klarer wurde es uns: Der Kerl ist stockschwul und super süß. Wir bestellten unser Essen und fragten nach Bier. Da wurde er schrecklich schön verlegen und sagte, dass das Bier vielleicht nicht ganz richtig kalt, sonder eher recht richtig warm wäre.
Der liebe Mann war so sympathisch, wir wollten auch warmes Bier. Unser Essen (Nasi Goreng) kam schnell und dazu gab es das beste Kropok, was wir bislang hatten. Das Essen für 6 Personen incl. Bier hat dann 18,20 € gekostest und war nicht nur wegen des warmen Bieres, das seine Wirkung hatte, eins der lustigsten.
Mit zwei Taxen ging es zurück zum Hotel. Vor den Zimmern schoben wir die Stühle zusammen, tranken und lachten bis tief in die Nacht.