Ziel?

Über drei Sachen waren wir uns vollkommen einig:
Im Jahr 2004 wird auf keinen Fall länger als 3-4 Stunden geflogen, es wird auf keinen Fall eine Djoser – Reise werden und Asien hatten wir nun schon 2002 und 2003 gehabt, da muss es 2004 mal etwas anderes sein.

Am 08.10.2003 erschien in der WAZ im „Reisejournal“ ein Bericht über das Land der goldenen Pagoden Myanmar, früher Birma.
“ Die Tempel und Stupas von Birma zählen zu den schönsten Südostasiens – dennoch kommen bisher nur wenige Touristen. Ein kurzes Lächeln genügt meist, um in Birma eine neue Bekanntschaft zu schließen.
Diesmal ist es ein 22-jähriger buddhistischer Mönch. „Ich würde gerne richtig Englisch lernen“, sagt der Mann. In Birma ist das Schulsystem schlecht, Gesprächspartner sind rar. Denn das „Goldene Land“ mit seinen Tempeln und Pagoden, eingekeilt zwischen Indien, China und Thailand, liegt abseits der touristischen Trampelpfade Südostasiens. Die Zahl ausländischer Gäste stagniert bei gut 200 000 pro Jahr. Myanmar, wie das Land heute heißt, ist eines der am wenigsten entdeckten Länder der Region.
Wer aus dem Moloch Bangkok kommend in Birmas Hauptstadt Rangun – heute Yangon – eintrifft, erfährt eine fast dörfliche Idylle. Über den großzügigen, gewundenen Alleen bilden die Bäume ein grünes Dach. Statt Jeans und Turnschuhen tragen alle einen „Longyi“, den traditionellen Wickelrock. Die Wangen der Frauen und Mädchen bedeckt eine helle Paste aus geriebenem Holzstaub – ein Mittel gegen die brütende Sonne.
Dass Massentourismus im Lande eine ferne Vision ist, hat Gründe. Seit 1962 haben Generäle die Macht, und oft fällt das Stichwort Birma in Zusammenhang mit dem Kampf der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi für Demokratie. Trotz aller Repressionen gegen sie und ihre Nationale Liga für Demokratie (NLD) ist die zierliche Frau, die überall nur „die Lady“ genannt wird, ungebrochen populär. Das Regime offenbart sich dem ausländischen Touristen nicht auf den ersten Blick. Mitte der neunziger Jahre machte sich die Militärregierung daran, das Land als Urlauberziel zu vermarkten. Eine Million Gäste wollte sie jährlich anlocken. Daraus ist bis heute nichts geworden, doch sind sich Kenner sicher, dass Birma das Potenzial für Touristenströme hätte. Allein die Shwedagon-Pagode, deren vergoldete Kuppel wie ein guter Geist über Rangun wacht, lohnt den Besuch. Der Monumentalbau mit seinen konischen Türmen – den so genannten Stupas – ist für Birmas Buddhisten das wichtigste Heiligtum.
Als beeindruckendste Ansammlung buddhistischer Baukunst im Land – wenn nicht in ganz Südostasien – gelten jedoch die Tempel und Stupas von Bagan, rund 400 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt. Urlauber reisen von hier aus mit Turboprop-Maschinen in die alte Königsstadt Mandalay. Die Stadt am Ufer des Irrawaddy wirkt noch proprerer als Rangun. Denn in Mandalay kreuzen sich die Handelswege mit China und Indien: Tropenhölzer und Edelsteine wechseln den Besitzer – und sichern das Überleben des Landes und der Generäle. Einige der wichtigsten Klöster siedelten sich hier an, und die Stadt war bis 1885 Sitz des letzten birmanischen Königs. Vier frühere Königsstädte lassen sich rund um Mandalay besuchen: Amarapura, Inwa, Sagaing und Mingun.
Wer auf dem Irrawaddy nach Mingun reist, dem zeigt sich schon von weitem das Fragment der Mingun Paya, deren Bau König Bodawpaya 1790 veranlasste und die zum größten buddhistischen Monument werden sollte. Bodawpayas Tod 1816 beendete die Arbeiten. Ein gewaltiger Ziegelstein-Turm blieb. In der Nähe hängt die „Mingun-Glocke“ – mit 90 Tonnen Gewicht und vier Metern Höhe angeblich die größte der Welt.
Abgesehen von der politischen Lage, die Touristen möglicherweise von Birma fernhält, sind die Probleme auch hausgemacht. Es mangelt an Landegenehmigungen für internationale Flüge. Hotels und Verkehrswege würden eine Million Touristen nicht verkraften. Die Inlands-Airlines mit ihren sechs Maschinen lavieren in der Hauptreisezeit zwischen November und Mai an der Kapazitätsgrenze. Birma aus politischen Gründen zu meiden, wird auch von vielen kritisiert, die der Junta nicht nahe stehen – wie Suu Kyis früherer Mitstreiterin, der Künstlerin Ma Theingi: „Bleiben Touristen und Investitionen aus, werden die Menschen ärmer – wie soll man so Demokratie erreichen?“ Auch europäische Diplomaten vor Ort befinden: „Man kann sehen, dass sehr viele Menschen durch den Tourismus Hoffnung schöpfen.“ Der junge Mönch, der sich in Rangun so gerne mit Fremden unterhält, um sein Englisch zu verbessern, ist nur einer von ihnen.“ FRANK BRANDMAIER

Begeistert las ich den Bericht und mir wurde klar, dass es a) ein langer Flug wäre, b) wieder Asien und c) Djoser diese Reise auch anbietet.

Also, genau das, was wir für 2004 nicht wollten.
(Sicherheitshalber hob ich den Bericht aber auf und legte ihn erst einmal zur Seite.)

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