Anreise

Am 03.03.17 sind wir nach Ansbach angereist. Da die Mülheimer Verkehrsgesellschaft der Meinung ist, die Bahnen müssten Samstags erst ab 7:30 Uhr fahren, haben wir uns eine Taxe für 5:30 Uhr zum Essener Hauptbahnhof bestellt.
Der Wagen war überpünktlich da, so dass wir entspannt auf den Zug warten konnten. Dieser fuhr auch planmäßig ein, ein ziemlich neuer ICE und los ging es erst mal Richtung Hannover.

Dort wechselten wir dann in einen IC, dessen Abteilwagen ihre beste Zeit in den Siebzigern hatten. Egal, Hauptsache weiter. Zur Abfahrtszeit kam dann eine Duchsage: ‚wegen Personalmangel werden wir verspätet abfahren‘. Die Verspätung bei der Abfahrt betrug 15 Minuten, da der Zug aber nicht die vorgeschriebene Personalzahl hatte, durfte er nicht die Hauptstrecke durch die Tunnel nehmen, sondern musste bis Fulda auf einem Nebengleis fahren. Dadurch steigerte sich die Verspätung auf 45 Minuten, so dass wir erst um 13:00 Uhr in Ansbach ankamen.

Hotel Fantasie ist in Ordnung, allerdings ca. 20 Minuten von der Altstadt entfernt. Da man durch den Hofgarten an der Residenz vorbeilaufen kann, ist das nicht sonderlich tragisch. Unser Zimmer ist schön und hat sogar eine kleine Terrasse mit Garten.

Brunnen in Ansbach
Residenz und Garten

Ansbach ist eine schöne Stadt mit alten Gebäuden, wir schauen uns in Ruhe um und gehen am Abend fränkisch Essen.

Tageskilometer: 11,7

Von Ansbach nach Colmberg

Leider hat das Wetter komplett gedreht: Regenwahrscheinlichkeit liegt bei 98%. Und so schüttet es auch wie aus Eimern, als wir beim guten Frühstück sitzen. Die Strecke von Hotel zu Hotel ist heute 27 km, deshalb haben wir schon früh beschlossen, aus Ansbach ein Stück mit dem Bus rauszufahren. Die 20 Minuten bis zum Bahnhof laufen wir durch Regen, aber als wir um 9:30 Uhr den Bus verlassen, lässt der Regen nach.

Europäischer Wasserscheideweg
Wasserscheidebrunnen

Wir laufen auf dem sehr schönen Wanderweg über Felder und durch Wälder und sehen nicht einen anderen Wanderer. Unterwegs machen wir 2 Pausen zum Essen und Trinken, im Großen und Ganzen haben wir Glück mit dem Wetter.

Kurz vor Colmberg

Um 15:15 Uhr kommen wir im Gutshof Colmberg an und trinken erst mal ein Bier.

Gutshof Colmberg

Überrascht sind wir vom Zimmer: neu renoviert, sehr groß und gut ausgestattet. Als es dann abends auch noch Schäuffele gibt, sind wir selig. Alles in Allem eine sehr gute Wahl, Preis-Leistungsverhältnis super, freundliches Personal, gutes Essen. Was will man mehr?

Tageskilometer: 23,7

Von Colmberg nach Wildbad

Das Frühstück ist klein, aber fein, und so laufen wir frohen Mutes um 9:00 Uhr los, um die gut 20 Kilometer nach Wildbad anzugehen.

Der Weg ist wieder wunderschön, etwas Sorge macht uns der Wetterbericht, der ab 12:00 Uhr Regen vorhersagt. Nun denn, das stört uns noch nicht und um 11:30 Uhr finden wir eine Bank und machen Brotzeit. Generell muss man sagen, dass Bänke und Schutzhütten Mangelware sind, in der einzigen Schutzhütte des Tages saßen auch die einzigen Wanderer, die wir heute gesehen haben. Das macht dann an 2 Tagen 3 Wanderer und – aus der Ferne – 2 Radler.

Naturbelassene Wege

Leider setzt um 13:00 Uhr der Regen ein und hört auch bis zur Ankunft in Wildbad nicht mehr auf. An sich nicht tragisch, aber Heikos Schuhe sind scheinbar nicht mehr dicht und nasse Socken und wandern ergibt Blasen an den Füßen!

Hinweistafel

2,5 km vor Wildbad rufen wir in unserem Hotel an, es liegt in Linden, und bestellen den Transfer. So können wir in Ruhe bei einem Bier auf die Abholung warten.
Das Hotel Linden ist ganz gut, das Essen und Trinken im zugehörigen Gasthof einfach Spitze. Zeitig sind wir zurück auf dem Zimmer, um die Wunden zu versorgen.

Spalter Bier als Belohnung

Kilometer: 22,0

Von Linden nach Kirnberg

Das Frühstück im Wildkräuterhotel Linden war recht übersichtlich, immerhin wurde auf Nachfrage Wurst nachgelegt. Ich hätte erwartet, dass es ein Kräuter-Omlette oder Rührei geben würde, aber weit gefehlt. Es gab nur gekochte Eier, die auch nach 20 Minuten nicht weich werden wollten.

Von den Wirtsleuten haben wir weder bei der An- noch bei der Abreise etwas gesehen, so mussten wir den Koffertransfer, der in unserem Reisepaket enthalten ist, mit der freundlichen Küchenkraft klären. Vom Transfer nach Wildbad war ebenfalls keine Rede mehr, das war uns ganz recht, heute wollen wir eine kürzere Etappe gehen.
Generell muss man sagen, dass die Unterkünfte, als Pauschale über den Tourismusverband Romantisches Franken gebucht, zum Teil weit ab vom eigentlichen Wanderweg liegen. Uns passt das eigentlich nicht.

Nach dem Frühstück geht es bei Sonnenschein los, der Weg ist schnell gefunden und so laufen wir entspannt über schön Wege Richtung Kirnberg. Wir können sogar 2 Pausen machen, da es tatsächlich Bänke am Wegesrand gibt.

Wilde Wege

Die Wege führen teilweise quer durch den Wald, sehr schön, führt aber zu nassen Füßen.
Der angekündigte Regen setzt um 12:00 Uhr ein, diesmal kommen wir aber mit knapp 30 Minuten davon.

Hier sagen sich Fuchs…
…und Reh gute Nacht.

Bereits um 13:30 Uhr sind wir in Kirnberg im Gasthof Zur Linde und beziehen unser Zimmer im siebziger Jahre Stil. Kurze Strecke, ist uns ganz recht, so können wir unsere Wehwehchen pflegen.

Abendessen sehr gut, mal abwarten, wie das Frühstück wird.

Tageskilometer: 14,9

Von Kirnberg nach Unteroestheim

Das Frühstück war wieder gut mit leckerer Wurst und hochwertigen Brötchen. So machen wir uns gestärkt um 9:30 Uhr auf den Weg. Wir müssen erst mal einige Meter zurücklegen, bis wir zum Wanderweg kommen. Schon auf diesem Stück fängt es an zu regnen und der Regen wird uns auch die Hälfte der Wanderung begleiten.

Unwetter droht

Der Weg ist wieder wunderschön, doch das nutzt sich ab, wenn man nasse Füße hat. Darüberhinaus weht ein kräftiger Wind, so dass es ziemlich frisch und ungemütlich ist.

Hase unter Gebüsch
Panorama

Tapfer schlagen wir uns durch bis Schillingsfürst, die beabsichtigte Besichtigung der Falknerei hat uns das Wetter schon verhagelt.

Brunnen am Schloss Schillingsfürst

Also wollen wir noch schnell Imprägnierspray kaufen und gehen zu Edeka. Doch so etwas führen die nicht, andere Läden finden wir auf die Schnelle nicht. Zum Dank ist der Bus nach Unteroestheim weg, der nächste fährt in 3 Stunden. Taxen gibt es hier auch nicht, bestellen müsste man den Wagen in Rothenburg, dauert ca. 1 Stunde und kostet dann 35 Euro. Also beißen wir in den sauren Apfel und laufen die letzten 5,2 km auch noch.

Bildtafel 1
Bildtafel 2

Gegen 16:00 Uhr kommen wir im Gasthof Schwarzer Adler an. Das Zimmer ist etwas älter, aber wir sind erstmal nur froh, angekommen zu sein.

Tageskilometer: 24,0

Von Unteroestheim nach Schnelldorf

Unglaublich, aber wahr: die Sonne scheint!
Nichts wie runter zum Frühstück, heute mal am Tisch serviert. Auch schön. Qualitativ wieder sehr gut, auch die Menge stimmt, so machen wir uns um 9:30 Uhr auf den letzten Abschnitt. Der Wanderweg ist dank GPS schnell gefunden und im Sonnenlicht sieht alles nochmal so gut aus.

Blick auf Ober-/Unteroestheim

Heute ist führt die Strecke durch belebtere Gegenden, das heißt, man sieht ab und zu einen Bauernhof. Wer hier ohne Verpflegung für den Tag aufbricht, muss lange darben.

Karl weist uns den Weg
Wo ist der Weg?

Wir gehen es jedenfalls gemütlich an und haben alles Nötige dabei, so können wir unsere Tour zweimal unterbrechen und kommen um 15:30 Uhr im Hotel an. Dieses liegt zwar am Ortsrand, ist dafür aber neu und hat eine vernünftige Ausstattung. Zum Abendessen laufen wir in den Ort und können wunderbar im Biergarten essen.

Nach getaner Arbeit

Das bringt uns immerhin auf folgende Kilometer: Tageskilometer: 21,1

Von Schnelldorf nach Heilbronn

Nach einem Frühstück, bei dem es tatsächlich frisches Rührei gibt, brechen wir gegen 9:45 Uhr auf in Richtung Bahnhof. Unser Gepäck wird vom Hotel gefahren, wir dürfen aber aus Versicherungsgründen nicht mitfahren. Also laufen wir den guten Kilometer.

Mit dem Zug fahren wir nach Nürnberg, hier nehmen wir den Mietwagen entgegen. Wir bekommen eine Peugeot 2008, nettes Auto, hat sogar Navi und Rückfahrhilfe. Mit dem Wagen geht es dann nach Heilbronn, um 14:00 Uhr beziehen wir das Hotel und machen uns kurz darauf auf den Weg in die Stadt.

Turm Kilianskirche
Figuren Altar Kilianskirche

Hier schauen wir uns die wichtigsten Sehenswürdigkeiten an und gehen Abends im Brauhaus essen.

Uhr am Rathaus
Käthchen von Heilbronn

Zurück im Hotel gibt es noch einen Absacker im Biergarten, dann ist der Tag auch um.

Umgebung Heilbronn

Nach normalen Frühstück machen wir uns auf den Weg, wir wollen die Burgenstraße westlich von Heilbronn erkunden. Da wir wissen, dass es auf Burg Guttenberg um 11:00 Uhr eine Vorführung in der Falknerei gibt, ist das unsere erste Station.

Wir machen vorher den Rundgang und sitzen dann pünktlich auf der Tribüne. Die Show geht eine Stunde, neben vielen interessanten Informationen ist besonders der knappe Überflug der Vögel beeindruckend. Eine sehr gute Veranstaltung.

Weißkopfadler
Falkner und Steinadler

Danach geht es in den Schlosspark von Neckarbischofsheim. Auch nett, fällt gegen den Morgen aber ab.

Altes Schloss Neckarbischofsheim

Das letzte Highlight des Tages ist dann Bad Wimpfen. Wunderbare Altstadt und Türme, die teilweise älter als 800 Jahre sind. Hier essen wir zu Mittag heimische Kost (Maultaschen) und erfreuen uns am guten Wetter.

Panorama von Bad Wimpfen

Am Nachmittag geht es zurück Richtung Heilbronn, wir kaufen noch kurz ein und lassen den Tag gemütlich ausklingen.

Heilbronn nach Schwäbisch Hall

Gegen 9:30 Uhr verlassen wir das Best Western Hotel Am Kastell. Leider war die letzte Nacht wegen einer Jugendgruppe sehr unruhig. Alles in allem würden wir das Hotel nicht noch einmal buchen, vornehmlich wegen des schlechten Services im Bar-/Restaurantbereich.

Egal, wir fahren zuerst nach Bad Friedrichshall, hier gibt es ein Salzbergwerk, in das man als Besucher einfahren kann. Sehr beeindruckend, wir halten uns gut 90 Minuten unter Tage bei 180 Meter Tiefe auf und haben so viele interessante Informationen eigentlich nicht erwartet.

500 Meter lange Halle, in 30 Tagen entstanden
Eine der größten Abbaumaschinen ihrer Art

Danach geht es nach Öhringen, hier schauen wir uns Schloss und Park der Landesgartenschau 2016 an.

Anschließend fahren wir zum Wasserschloss Neuenstein, wo wir kurz durch den Ort schlendern.

Wasserschloss Neuenstein

Dann reicht es uns langsam, 33 Grad im Schatten sind dann doch für weitere Touren zu viel und wir fahren Richtung Schwäbisch Hall, wo wir ein Zimmer im Goldenen Adler für 2 Tage gebucht haben. Dieses Haus ist seit dem 17. Jahrhundert Hotel, ein historischer Ort.

Karl am Goldenen Adler
Er ist wieder da

Nachmittags gibt es ein Bier im Biergarten am Ufer der Kocher, morgen wird die Stadt erkundet.

Schwäbisch Hall

Den heutigen Tag verbringen wir komplett in Schwäbisch Hall. Nach gutem Frühstück holen wir uns an der Touristinfo 2 Audioguides und fangen mit dem Stadtrundgang an. Dieser bringt uns zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten und erzählt die Geschichte der ehemaligen Reichsstadt. Mit kurzer Pause sind wir immerhin 4 Stunden unterwegs.

Häuser am Marktplatz
Der Neubau

Nachmittags besichtigen wir dann noch die Kirche Sankt Michael direkt am Marktplatz. Im Anschluss geht es nochmal in den Biergarten an der Kocher, hier sitzen wir in der Sonne und lesen.

Schmale Gasse
Treppengeländer vor dem Landratsamt

Essen werden wir wieder auf der Terrasse des Hotels, hier konnten wir heute Mittag schon die Proben für die anstehenden Festspiele auf der Kirchentreppe bewundern.