And the winner is …

… Perth, West-Australien.

Eigentlich wollten wir für 2014 nach Thailand, Insel-Hopping und ggf. für ein paar Tage nach Myanmar, unseren Freund Nan Aung besuchen.

Doch leider überrollten uns die Ereignisse:
US Airways fusionierte mit American Airlines und es war absehbar, dass die günstigen Meilentickets demnächst der Vergangenheit angehören.

Daher „musste“ es noch einmal Australien werden. Zum Vergleich:
Dividend Miles (US Air): 120.000 Meilen plus 240 Euro Gebühren
Miles & More: 185.000 Meilen und ca. 500 Euro Gebühren.

Nachdem unsere Kollegen (danke Ingrid, danke Klaus) sich freundlicherweise bereit erklärt haben, 4,5 Wochen Vertretung zu machen, konnten wir uns an die Flugbuchung wagen. Problem hierbei war, dass die Lufthansa seit dem 01.04.13 sehr sehr sparsam mit Prämientickets ist, da bekannt ist, dass US Air ausscheidet. Nachdem wir ein Routing über Peking mit 32 Stunden Reisezeit nicht haben wollten, hat Heiko selber gesucht und letztendlich gefunden und gebucht:
Hin: Frankfurt – Bangkok – Perth, zurück: Perth – Bangkok – Rom – Zürich – Frankfurt.

Ist zwar albern, aber wenn Lufthansa den Direktflug nicht anbietet, müssen wir eben mit der Lufthansatochter 2 Flüge machen.

Also folgt als nächstes die Buchung des Fahrzeugs. Wir wollen gerne mit einem Allrad-Camper reisen, mal sehen, wie das weiter geht.

Der Camper

Inzwischen haben wir einen fahrbaren Untersatz gebucht. Vom 31.01.14 bis 25.02.14 wird ein Apollo Allrad-Camper unser neues Zuhause sein. Damit sollten wir die Ecken des Landes, die uns interessieren, problemlos erreichen können.

Allerdings muss man sich wohl vom Gepäck her einschränken, der Stauraum soll doch knapp sein. Also nichts mit Hartschalenkoffern u.ä., Reisetaschen und Rucksäcke sind gefragt. Und ob dann noch Platz für Karl bleibt?

apollo

Unverhofft kommt oft

Schon vor Wochen haben wir die Übernachtungen zu Beginn und Ende der Reise in Perth gebucht. Da es ja noch ein paar Tage hin ist, haben wir den stornierbaren Tarif gewählt.

Wie sich nun zeigt, zu Recht:

US Airways teilte uns die Verschiebung der Flüge mit. Thai Air hat einen der 2 täglichen Flüge von Bangkok nach Perth gestrichen. Nun haben wir nicht 1,5 Stunden Aufenthalt in Bangkok, sondern 17 Stunden. Dafür kommen wir nicht nachmittags in Perth an, sondern erst an dem Morgen, an dem wir den Camper entgegen nehmen.

Schlimmer noch war es auf der Rückreise; da hat uns die automatische Umbuchung einen Flug von Perth nach Bangkok zugewiesen, der nach dem Weiterflug Bangkok – Rom startet. Also ran ans Telefon und versucht, den Spaß umzubuchen. Nun fliegen wir entgegen der ursprünglichen Planung nicht am Nachmittag, sondern am Morgen von Perth nach Bangkok, zur Entschädigung wurde unsere letzte Etappe aber ebenfalls umgebucht, so dass wir statt in Frankfurt in Düsseldorf landen.

Für die Hinreise nehmen wir nun ein Zimmer in Bangkok, dafür konnten wir ja Perth stornieren. Irgend etwas sagt mir, dass wir das Zimmer in Bangkok besser stornierbar buchen …

Letzte Vorbereitungen

Der letzte Artikel ist schon 10 Wochen alt, es gab aber auch nicht viel zu berichten. Inzwischen haben wir die Visa für Australien erhalten, die Sitzplätze im Flugzeug reserviert und uns bzgl. der Anreise zu unserem Tageszimmer in Bangkok schlau gemacht.
Bianka hat die grobe Reiseplanung abgeschlossen; da wir zum Ende der australischen Sommerferien ankommen, haben wir für die ersten 3 Stationen Campingplätze vorgebucht.
Nun hoffen wir, dass der Bahnstreik nicht die Anreise nach Frankfurt stört, eigentlich könnte es losgehen.

Reiseroute

Der Wurm ist drin

Irgendwie werden Thai Air und wir in diesem Jahr keine Freunde. Nachdem wir durch den Wegfall eines Fluges auf der Hinreise schon einen 18-stündigen Aufenthalt in Bangkok bekommen haben, war am Freitag wieder eine Mail im Postfach: „bitte rufen Sie uns wegen Ihrer Flugbuchung an.“

Gemailt, getan. Man teilte uns mit, dass der Flug von Australien nach Bangkok gestrichen sei und wir nun von Perth über Singapur nach Bangkok fliegen würden. Leider nur in Economy, da keine anderen Plätze frei seien. Pech eben!

Das haben wir erst mal nicht akzeptiert und selber geforscht. Daraus hat sich dann heute folgende Buchung ergeben:

wir fliegen einen Tag später von Perth nach Bangkok, haben dann dort nochmal 2 Tage Aufenthalt, fliegen weiter nach Peking und von dort nach Düsseldorf. Hört sich umständlich an, aber unter’m Strich haben wir sogar einen Flug weniger als bei der ursprünglichen Planung. Und den Flughafen von Peking kennen wir auch noch nicht.
Nachteil ist zugegebenermaßen, dass wir nicht mehr am Freitag in Düsseldorf ankommen, sondern erst am Sonntag. Aber was soll’s, der erste Arbeitstag ist Rosenmontag.

Anreise

Die Anreise verlief im Großen und Ganzen unspektakulär: U-Bahn und Regionalexpress nach Duisburg pünktlich, ICE nach Frankfurt 5 Minuten verspätet. CheckIn in Frankfurt problemlos, 3 Stunden Loungeaufenthalt bei Wiener Würstchen und Franziskaner, dann ging es in den A380. Erster Eindruck: eng. Dadurch, dass die Sitze versetzt montiert sind, bietet sich dem Auge ein sehr kompaktes Bild, der Platz ist aber gut ausreichend. Auffällig ist, wie leise dieser Riesenflieger unterwegs ist.

Nach 10,5 Stunden Flug erster Landungsversuch in Bangkok, dichter Nebel und ausgeschaltete Landebeleuchtung zwingen den Piloten zum Durchstarten. Nach weiterem Kreisen landen wir dann bei eingeschalteter Beleuchtung der Landebahn mit einer Stunde Verspätung.

Mit dem Airport Express fahren wir zu unserem Hotel, schlafen, gehen essen und erholen uns vom Flug. Abends geht es zurück zum Flughafen, kurz vor Mitternacht geht es weiter nach Perth. Von den Demonstrationen haben wir zwar einiges gehört, wenig gesehen, aber direkt betroffen waren wir nie.

Landung in Perth nach gut 6,5 Stunden um 7:45 Uhr morgens, wir haben nun den 31.01. und sind Deutschland um 7 Stunden voraus. Nach Gepäckaufnahme, Taxifahrt zur Mietstation, Fahrzeugübergabe und darauf warten, dass die neue Windschutzscheibe (wir waren’s nicht!) eingebaut wird, wird es 11:00 Uhr, bis wir los kommen. Nun noch Shoppen und dann die 30 km bis zum ersten Tagesziel, Cherookee Camping. Hier lassen wir die lange Anreise mit Steak, Burgern und XXXX Bier ausklingen.

Erste Etappe

Von Perth führt uns die Fahrt zum Pinnacles Caravan Park. Wir legen gemütliche 210 km zurück und können im Nambung Nationalpark erstmals auf einem 5 km Rundkurs über Sand die Allrad-Fähigkeit unseres Campers testen. Schon okay für solch ein Auto. Basis ist ein Toyota Hilux mit 3 Liter Maschine und ‚richtigem‘ Allrad.
Unser Camper vor den Pinnacles

Da wir auf der Anfahrt noch einige weitere NP besichtigen, kommen wir trotz früher Abreise erst um 15:00 Uhr am vorgebuchten Campingplatz an. Der Park überrascht uns mit einem großen Stellplatz auf Wiese, wie wir ihn uns nicht besser wünschen könnten.

Zum indischen Ozean ist es nur ein Katzensprung, so dass wir noch etwas am Wasser spazieren gehen. Abends gibt es wieder selbst Gekochtes am Camper, um 22:00 Uhr ist Nachtruhe!

Am 02.02. liegt eine längere Strecke vor uns, bis Kalbarri sind es 380 km. Auf der Tour geht es ins unabhängige „Fürstentum“ Principality of Hutt River, wo sich ein spleeniger Farmer 1970 für unabhängig erklärt hat. Wir sind nun ca. 600 km nördlich von Perth, der Verkehr ist so ruhig, dass sich entgegen kommende Autofahrer grüßen. Erstmals sehen wir auch Roadtrains, die zulässige Gesamtlänge auf diesem Highway beträgt 53,5 Meter. Da würde mancher deutsche Fernfahrer feuchte Augen bekommen.

In Kalbarri bleiben wir 2 Tage, es steht Wandern im Nationalpark und relaxen auf dem Programm.
Klippen im Kalbarri Nationalpark

Unsere Spuren im Sand

Das Wandern war recht erholsam, allerdings erreichen wir mittags Temperaturen von über 40 Grad, da beschränkt man sich doch eher auf kurze Ausflüge.
Außerdem schreckt uns die Begegnung mit einer Schlange, die knapp einen Meter vor uns den Wanderweg kreuzt. Angeblich ist sie sehr giftig…
Schlange im Kalbarri NP
Trotzdem genießen wir die 2 Tage mit Burgern vom Grill und viel Ruhe.

Am 04.02. geht es weiter hoch in den Norden, bis zum François Perón Nationalpark sind es knapp 400 km. Wie üblich wechseln wir uns regelmäßig beim Fahren ab, außer entgegen kommende Fahrzeuge (18), tote Kängurus (7) und tote Emus (2) zu zählen, gibt es nicht viel Abwechslung. Aber das soll mittags schon werden: über 40 km Sandpiste zum Cape Perón, nur für Allrad Fahrzeuge zugelassen. Kurze Rücksprache mit der Parkverwaltung: ja, mit dem Camper können wir reinfahren. Stimmt auch, genau 35 km weit kommen wir, dann hängen wir fest. Nichts hilft, weder Luft aus den Reifen lassen, noch schaufeln, noch Äste unter die Räder legen. Handynetz haben wir natürlich auch nicht.
Nach einer Stunde kommt uns ein Auto entgegen, kann uns aber nicht helfen. Immerhin bekommen wir die Zusicherung, dass Hilfe geschickt wird. Nach weiteren 30 Minuten kommt ein Jeep mit 3 Personen, die sich gut über die Touristen amüsieren, uns dann aber aus dem Tiefsand raus ziehen. Als Bezahlung verlangen sie 3 Bier, sollen sie bekommen, sogar gekühlt.
Versandet auf dem Weg zum Cape

Wir haben genug und wollen nur noch raus. Das klappt auch solange gut, bis wir 4 km vor der Ausfahrt für einen Trecker ausweichen müssen und wieder festsitzen. Der Ranger, der den Trecker fährt, meint nur „seid ihr das, die kurz vor dem Cape stecken geblieben sind?“ Das müssen wir bejahen, er meint aber, bei der Hitze wäre der Sand auch besonders rutschig und wir sollten es im Winter probieren. Er hat eine gewisse Ähnlichkeit mit Doctor Bob! Mit einem „no worries, enjoy your holiday“ zieht er uns nochmal frei und wir können das letzte Stück bis zum Parkausgang fahren. Dort schnell noch die Reifen aufgepumpt und dann nix wie zu einem Campingplatz, wir brauchen nun jeder ein Bier und dann eine Dusche.

Leider klappte es auch nicht mit einem ruhigen Abendbrot, da drei Emus ständig versuchten, uns die Burger vom Teller zu ziehen.

Nun denn, diesen Tag haken wir ab. Immerhin sind wir dadurch im Campground Monkey Mia gelandet, hier gibt es die Möglichkeit, ganz nah an freilebende Delphine zu kommen. Also sind wir am 05.02. früh um 7:45 Uhr am Strand, um ca. 15 Tiere ganz dicht am Ufer schwimmen zu sehen. Die Entfernung beträgt ungefähr 2 Meter, einige Personen werden ins Wasser gebeten, um die Delphine zu füttern.
Delphin Fütterung in Monkey Mia

Na, der Tag beginnt besser, also machen wir uns auf den Weg nach Geraldton, 400 km südlich, um dort einen Stop einzulegen, Vorräte aufzufüllen, um dann am Donnerstag ins Landesinnere aufzubrechen. Wir wählen einen Campingplatz direkt am Meer, da es Nebensaison ist, haben wir freie Auswahl. Die Temperatur ist von 45 Grad auf erträgliche 32 Grad gesunken.

Outback

Von Geraldton ging es über Mt. Magnet, Sandstone, Leinster und Leonora nach Kalgoorlie. Das sind ca. 1100 km durch das Outback nach Osten. Endlose gerade Straßen, über denen die Hitze flimmert. Auf dem Platz in Sandstone hatten wir 45 Grad im Schatten, Nachts „kühlte“ es auf 31 Grad ab. Da schmeckt das heimische Bier doppelt gut.
Outback

Außer einer strengen Verwarnung durch die Polizei wegen Raserei (120 statt 110 km) ist nicht weiteres passiert. Immerhin haben wir dabei erfahren, dass wir mit dem Camper nicht schneller als 100 km/h fahren dürfen.
Freilaufende Tiere

In Kalgoorlie, einem ehemaligen Goldgräberstädtchen, machen wir 2 Tage Pause, da es uns hier sehr gut gefällt. Sonntag soll es dann wieder Richtung Süd-Westen nach Hyden gehen.
Pub in Kalgoorlie

Die Welle

In Hyden machen wir am 09.02. Halt und besichtigen den Wave Rock, eine Felsformation, die aussieht wie eine riesige Welle.
The Wave Rock
Am nächsten Tag geht es zur Südküste nach Esperance, schon auf der Anreise müssen wir durch Starkregen und heftigste Gewitter fahren. Auf den von Roadtrains ausgefahrenen Straßen steht das Wasser so hoch, dass wir den Allradantrieb zuschalten. An der Küste ist es zwar trocken(er), aber der Temperatursturz von 42 auf 20 Grad lässt uns frieren.
Über hunderte Kilometer fahren wir durch Weizenfelder, es ist der Getreidegürtel Australiens.

Am 11.02. machen wir einen Abstecher zum Cape le Grand Nationalpark, um etwas zu Wandern. Außerdem könnte man hier 25 km am Strand entlang fahren, wir verzichten nach unseren Abenteuern auf so etwas und machen nur ein paar Fotos.
Am Cape le Grande
Am 12.02. geht es weiter die Küste entlang in westlicher Richtung. Da es an der Küste noch regnet, biegen wir kurzerhand ab ins Landesinnere und besuchen den Stirling Range Nationalpark. Zum einen ist es hier trocken, zum anderen können wir wandern und Kängurus sichten.
Abendliches Kochen und Spülen