Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub

Nach diesem Motto versuchen wir immer, rechtzeitig die nächsten Ziele zu planen. Es soll nach Australien gehen, da waren wir 1995 schon einmal und es hat uns gut gefallen. Da wir die touristischen ‚Pflichtpunkte‘ Ayers Rock und Outback damals schon erledigt haben, können wir uns auf unsere Wunschroute festlegen.

Bei Buchungen mit Miles&More in Businessklasse empfiehlt es sich, frühzeitig Flüge zu buchen und zeitlich flexibel zu sein. Wir haben daher heute gebucht:

27.01.11 Düsseldorf – Zürich (Lufthansa)

27.01.11  Zürich – Bangkok (Thai)

28.01.11 Bangkok – Melbourne (Thai)

04.03.11 Brisbane – Bangkok (Thai)

04.03.11 Bangkok – Frankfurt (Thai)

05.03.11 Frankfurt – Düsseldorf (Lufthansa)

Um den Mietwagen kümmern wir uns später. Unterkünfte wollen wir spontan vor Ort buchen.

weitere Vorbereitungen

Inzwischen haben wir über einen hiesigen Mietwagen-Broker ein Mittelklassefahrzeug bei Avis gebucht und auch das Visum online beantragt (und 24 Stunden später erhalten).

Im für uns wichtigen Nationalpark ‚Wilsons Promontory‘ haben wir 2 Übernachtungen für Ende Januar gebucht.

Bianka hat heraus gefunden, dass man mit einer Mitgliedschaft im „Big4 Holiday Club“ bei dieser Kette 10 % der Übernachtungskosten sparen kann. Da wir beabsichtigen, auf Campingplätzen kleine Häuschen zu mieten und uns dann selbst zu versorgen, sind wir dem Verein direkt beigetreten.

Irgendwie ereignislos

Der Abreisetermin rückt näher und es ist nichts zu tun. Nicht alles durchzuplanen, Unterkünfte zu buchen und eine feste Reiseroute zu haben, ist für uns doch sehr ungewohnt. Aber eigentlich diesmal sehr praktisch, da es große Bereiche in unserem Zielgebiet gibt, die derzeit unter Regenfluten und Hochwasser leiden. So können wir spontan auf Wetterkapriolen vor Ort reagieren.

Um wenigstens etwas vorzubereiten, haben wir heute den Flughafentransfer von Melbourne zum Hotel bei JetBus gebucht.

Angekommen in Melbourne

Nach 32 Stunden Reisezeit sind wir in Melbourne angekommen. Zeitlich sind wir 10 Stunden ‚voraus‘. Dank der „VIP-Tickets“ für den Zoll haben wir die Einreise – trotz genauester Befragung – in 20 Minuten geschafft. Dann ab ins Hotel und geschlafen wie tot.

Mit dieser Bahn beginnt die Rundfahrt um die Innenstadt

Samstag und Sonntag haben wir uns die Stadt angesehen, Wetter ist gut, heute war es mit 40 Grad ein bisschen heiß. Trotzdem ist es bedeutend besser als Winter in Deutschland.

Flinders Street Station in Melbourne

In der Kirche zünden wir Kerzen für die Daheimgebliebenen und für einen guten Reiseverlauf an.

Sicher ist sicher

Wir erholen uns vom Jetlag und bummeln gemütlich durch die Stadt, deren Lage am Fluß sehr schön ist. Viel Grün lockert das Bild auf und man kann an unzähligen Stellen draußen sitzen.

Stadtansicht vom Flußufer

Am 31.01. holen wir den Mietwagen ab, gehen für unseren Selbstversorger-Aufenthalt im Nationalpark Wilsons Promontory einkaufen und machen uns auf den Weg. Im Moment ist unsere geplante Route Hochwasser frei.

Wilsons Promentory NP

Nachdem wir Melbourne hinter uns gelassen haben, wenden wir uns der australischen Natur zu und gehen erstmal auf Koala-Pirsch.

Auf Philip Island ist eine Koala-Aufzuchtstation, die wir besuchen. Man bekommt angezeigt, in welchem Bereich sich Koalas aufhalten (immer ein Umkreis von 2-4 Bäumen) und kann dann selber suchen, wo sie sind.

Hinweisschild im Park

Wie man sieht, waren wir erfolgreich.

Koala auf Philip Island

Unser Tagesziel ist Wilsons Promentory, der südlichste Nationalpark Australiens. Hier haben wir für 2 Nächte ein Haus zur Selbstversorgung gebucht. Als wir nach einer Wanderung relaxend auf unserer Terrasse sitzen, gibt sich die australische Tierwelt die Pfote in die Kralle. Den Anfang machen kleine Vögel mit blauen Köpfen und langen Schwänzen, Papageien, die sich aus der Hand füttern lassen und ein kleiner Hirsch, der sich das Gras schmecken ließ.

Papagei auf der Terrasse
Ein kleiner Hirsch?

Als es langsam dunkel wird, rennt auf einmal ein Wombat um die Ecke. Das Highlight ist aber „Possi“ das Possum, das auf der Terrasse Square Dance übte. Ok, das ist übertrieben, aber es war schon laut und auch etwas beängstigend.

Apollo Bay

Von Wilsons Prom geht es weiter nach Apollo Bay, an der Great Ocean Road gelegen. Hier verbringen wir einen geruhsamen Nachmittag, laufen gemütlich zum Einkaufen in den Ort und können dem Fish & Chips Laden leider nicht widerstehen. Es war aber auch das erste (und einzige) Mal, dass wir einen Schnellimbiß gesehen haben, wo man den Fisch vor dem Fritieren im Rohzustand aussucht.

Anfahrt Richtung Apollo Bay
Der Strand von Apollo Bay

Halls Gap

Am 03.02. geht die Fahrt Richtung Halls Gap in den Grampian Mountains. Auf dem Weg dorthin steht uns aber noch ein besonderes Abenteuer bevor: der Otway Fly Treetop Walk. Das ist ein in den Regenwald gebauter Pfad, der an Bäumen und Pfeilern befestigt ist und den Besucher auf die Höhe der Baumwipfel im Park bringt.

Noch sind wir unten und schauen hoch
So sehen die Stege in der Höhe aus
Da wollen wir hoch
Und so sieht es dann von oben aus

Das war wirklich ein lohnender Vormittag, man gewinnt ganz neue Einblicke in den Wald aus der ungewohnten Perspektive. Damit der Tag nicht langweilig wird, führt uns die Strecke auch noch an den 12 Aposteln an der Great Ocean Road vorbei.

Die verbliebenen der 12 Apostel

Die Zeit vor Ort in den Bergen verbringen wir mit Wandern. Leider hat das Hochwasser die Wanderwege in den Grampians fast komplett zerstört, ein kleines Gebiet um Roses Gap ist aber befahr- und bewanderbar. Bei der Anfahrt dorthin darf unser ständiger Begleiter Karl natürlich nicht fehlen.

Auch diesmal wieder dabei: Karl, unser Maskottchen

Wir wandern zum Briggs Bluff und stoßen auf dem Weg auf Kängurus und Hirsche. Alles in Allem war es ein sehr schöner Aufenthalt in Halls Gap.

Grasender Hirsch

Kleine Menschenkunde: der Australier

In unserer Reihe „Wissenswertes aus fremden Ländern“ wollen wir uns heute dem Australier zuwenden.

Der Australier ist aus vielen Nationen entstanden, ähnlich den Deutschländer Würstchen. Beiden ist gemein, dass sie  nur das Beste ihrer Vorfahren vereinen. Die Würstchen sind bspw. knackig wie Wiener, saftig wie Frankfurter und fettig wie Krakauer. Na ja, vielleicht nicht immer das Beste …

Auf jeden Fall steckt in jedem Aussi ein bisschen Engländer. Deshalb ist er auch tätowiert. Da die Vorfahren englische Verbrecher waren, sind die Tatoos auch noch hässlich. Von den Holländern hat er den Hang zum Camping, Wohnwagen sind keine Seltenheit. Von uns Deutschen hat er den Hang zu pingeligen Vorschriften, wie z. B. an Ampeln „auf keinen Fall bei rot gehen“. Wir bleiben also brav stehen, der Aussi hingegen – er hat auch französische Wurzeln – geht einfach rüber.

Sogar die Gene unserer ostdeutschen Verwandten sind schon vorhanden: man zieht sich nach dem Wetter an, nicht nach der Figur.

Die traditionelle Begrüßungsformel lautet „Hattest Du einen guten Tag“, worauf man ebenso traditionell mit „Ja, super gut“ antwortet, selbst wenn man aus mehreren Wunden blutet.

Unterm Strich kann man sagen, dass die Australier trotz ihrer hohen Alkoholpreise gut gelungen sind und es sich dabei um ein sympathisches Volk handelt. Dies mag auch daran liegen, dass die kleine Zwischenmahlzeit aus einem 250 Gramm Steak besteht. Die für normal arbeitende Menschen haben 500 Gramm, die für Schwerarbeiter ein Kilo.

Wenn sie denn nur nicht sprechen würden, als ob sie eine heiße Kartoffel im Mund hätten…

Kingston

Irgendwie hatten wir beide Kingston von unserem ersten Australien Urlaub 1995 in guter Erinnerung: nettes Motel mit freundlichem Personal und ein dazugehöriges tolles Restaurant. Entweder haben wir es nicht wieder gefunden oder es hat sich doch sehr viel in den Jahren verändert. Das Motel war laut, beim Preis wollte man uns betuppen und nur mit Mühe fanden wir wir ein Restaurant, wo Hummer serviert wurde. Der war dann aber wenigstens sehr gut.

So bleibt vom Aufenthalt nur ein Bild des größten Lobster der Welt und ein schöner Sonnenuntergang.

Kingstons Wahrzeichen: der größte Lobster der Welt
Sonnenuntergang

Victor Harbor

Nachdem wir die Karte am Vorabend studiert und die Campingplätze in der gewünschten Zielregion online betrachtet haben, ist uns klar, dass wir die nächsten Tage in Victor Harbor verbringen werden. Der Platz, auf dem wir ein Häuschen mieten, liegt direkt am Wasser und ist in fußläufiger Entfernung zum Zentrum gelegen.

Von dort kann man gemütlich über eine schmale Landverbindung zu Granite Island laufen oder sich mit der Pferdebahn rüber kutschieren lassen. Wir bevorzugen den Fußmarsch und umrunden die Insel dann auch noch auf dem Wanderweg.

Die schmale Verbindung zur Insel
Und die Pferdebahn für Bequeme

Den zweiten Tag unseres Aufenthaltes verbringen wir im nahe gelegenen Wildpark ‚Urimbirra‘. Hier kann man sämtliche Tiere Australiens bewunden, füttern und zum Teil auch streicheln.

Nicht gerade ein intelligenter Gesichtsausdruck
Gar nicht so weich wie erwartet