Am Anfang

… war der Flug!

Neuseeland stand bei uns schon seit Längerem auf dem Plan. Aber der Gedanke, nahezu 24 Stunden reine Flugzeit in der ECO-Klasse zu verbringen, war uns schon immer ein Horror.

Dann habe ich durch einen glücklichen Zufall das Vielfliegerforum im Netz gefunden und dort erfahren, wie man mit Flugmeilen, erhalten durch Zeitschriften-Abos, relativ günstig an Businessklasse-Flüge kommt.

Gesagt, getan, nach Werbung von jeweils 11 Abos eines Magazins hatten wir die benötigten Meilen zusammen. Keine Sorge, wir haben niemanden zum Abo gezwungen. Wir haben uns bei den Kollegen für die Absicht, das Magazin zu abonnieren, mit einem kleinen Geldgeschenk i.H. der Jahresgebühr bedankt. Alle sprechen noch mit uns; die Kündigung haben wir später auch übernommen.

Die telefonische Buchung des Fluges gestaltete sich unproblematisch, da wir einen Spielraum bei der Abreise von gut 4 Wochen hatten. Nun fliegen wir hin über Tokio und Auckland nach Christchurch, zurück von Auckland über Singapur nach Frankfurt und sind schon ganz gespannt, was das für ein Erlebnis wird.

Der Flug

Wie erwähnt wurde der Flug über Prämienmeilen gebucht. Neuseeland kostet 160.000 Meilen zzgl. Steuern und Gebühren. Je nachdem, durch welche Abos man die Meilen bekommt, kann man pro Meile mit ca. 0,6 bis 1,0 Cent rechnen, so dass der Flug in unserem Fall auf insg. 1.700 Euro pro Person (incl. Steuern und Gebühren) kam. Das ist immer noch mehr als ein ECO-Flug in der Hochsaison (ca. 1.100 Euro), aber eben auch bedeutend weniger als ein Businessflug mit der StarAlliance zu dieser Zeit.

Unsere Flugroute: rot = hin, grün = zurück

Fähre und Tickets

Obwohl wir diesen Urlaub spontan und ohne große Vorplanung verbringen wollen, verlieren wir bei 2 Punkten doch die Nerven:

  • die Fährüberfahrt von Süd- nach Nordinsel buchen wir vor
  • ebenso Eintrittskarten für ein Rugbyspiel in Dunedin am 07.03.08

Damit sollte aber alles erledigt sein, wir können dem kommenden Urlaub gelassen entgegen sehen.

Kia Ora

… wie der Neuseeländer sagen wuerde.

Aber von Vorne:
In Düsseldorf im Flugzeug sitzend erfuhren wir, dass unsere Maschine nach Frankfurt wegen heftiger Böen Verspätung hat. Aus den angekündigten 30 Minuten wurden dann zügig 60 und wir sahen unseren Flug nach Tokio schon ohne uns abheben. Wir landeten also in Frankfurt um 20:40 Uhr und damit 5 Minuten vor dem geplanten Weiterflug. Freundlicherweise wurden wir beim Betreten des Flughafens in Empfang genommen und unter Umgehung aller Kontrollen direkt zum Abfluggate gebracht. Nun galt unsere Sorge noch dem Gepäck, welches unter diesen Umständen nicht an Bord sein dürfte.
Da wir aber noch auf einen Zubringer aus Berlin warteten und somit auch hier 30 Minuten Verspätung hatten, wurde uns kurz nach dem Start von der Stewardess mitgeteilt, dass unser Gepäck verladen wurde. Der Urlaub konnte beginnen!

Verpflegung, Sitze und Service an Bord waren sehr gut, die Anschlüsse haben
– teilweise mit schnellen Schritten – immer gut geklappt und wir konnten beide mehrere Stunden an Bord schlafen. Einreise war zügig über die Bühne gebracht, die Zoll-Beagles haben scheinbar nichts Besonderes gerochen. Brav haben wir unsere frisch geschrubbten Wanderschuhe vorgezeigt, um zu beweisen, dass wir keine Erde ins Land bringen.
So sind wir 33 Stunden nach Abfahrt zum Düsseldorfer Flughafen im Hotel in
Christchurch angekommen und waren erstaunlich frisch. Also haben wir nach dem Einchecken im Hotel den botanischen Garten erkundet, um etwas frische Luft zu bekommen und werden jetzt gleich, nach einem üppigen Frühstück, die Stadt erkunden. Morgen früh holen wir dann den Camper ab und es geht los Richtung Kaikoura.

Liebe Grüße und bis die Tage
Bianka und Heiko

Straßenbahn, die den City Loop fährt
Kunstwerk in der Stadtmitte

Der Camper

Hallo zusammen,

wir haben am Samstag unseren Camper übernommen. Von der Ankunft in der Vermietstation bis zum Fahren vom Hof hat das ganze 4 Stunden gedauert. Erst war die Wasserpumpe defekt (obwohl Bianka noch nicht dran war), dann das Auto zu alt, und und und … Letztendlich haben wir dann ein anderes Fahrzeug bekommen, welches gut in Schuss ist.

‚Unser‘ Zuhause für die nächsten Wochen

Im strömenden Regen sind wir dann 180 Kilometer bis Kaikoura gefahren und haben das Auto (und Frodo, den Kiwi) gehörig begossen. Heute früh (also Sonntag) wurden wir dann bei herrlichstem Sonnenschein wach und haben die Gelegenheit genutzt, eine ausführliche Wanderung an den Klippen und den Seelöwenkolonien vorbei zu unternehmen.

Ein Seelöwe in der Sonne
Ganz viel Gegend am Campingplatz

Nach einem kurzem Mittagssnack gehen wir jetzt noch eine Runde am Strand entlang, der direkt an den Campingplatz grenzt.

Morgen geht es weiter Richtung Grenadine, also in südliche Richtung der
Südinsel.

Bis die Tage
Bianka und Heiko

Hohe Berge

Guten Morgen,

inzwischen sind einige Tage vergangen, wir sind in der Mitte der Südinsel angekommen. Das Wetter hat sich bisher konstant gebessert, hatten wir am zweiten Tag in Kaikoura noch Dauerregen, setzt sich inzwischen immer mehr die Sonne durch.

Wir hatten seit der letzten Mail einen herrlichen Campingplatz in Peel Forest, der für seine Wanderwege bekannt ist und haben dort Touren durch den Regenwald gemacht.

Ein riesiger Baum bei der Wanderung durch den Regenwald

Von dort sind wir zum Lake Tekapo gefahren und haben dort eine 4 stündige Wanderung zu einem Observatorium unternommen. Hierbei haben wir uns traditionell den ersten Sonnenbrand geholt. Wir waren zwar eingecremt, aber die Bergsonne war doch erheblich stärker als gedacht.
Am Abend war daher Kühlung mit einheimischen Weisswein angesagt, damit sich schnell die Heilung einstellt  😉

Heute früh sind wir dann weiter gefahren zum Mount Cook, mit ca. 3.700 Metern der höchste Berg Neuseelands. Wir hatten echt Dusel mit dem Wetter und haben das Gebirgsmassiv in ganzer Pracht bestaunen können. Eine einstündige Wanderung brachte uns zu einem Aussichtspunkt, von dem wir den gesamten Nationalpark mit Gletschern
überblicken konnten.

Blick auf das Massiv um Mount Cook
Bianka vor einem Gletscher

Da der zugehörige Campingplatz eher etwas von einem Parkplatz hatte, sind wir weiter gefahren nach Omarama, wo wir – wie Ihr seht – wieder einen Platz mit Internetanschluss haben. Auf der Fahrt hierhin sind wir noch an einer Lachsräucherei vorbei gekommen, wo wir uns für das Abendessen eingedeckt haben. Da der Fisch auch schwimmen will, müssen wir jetzt noch flott in den Bottle-Store  ;-))

Morgen geht es weiter Richtung Omaru.

Bis die Tage
Bianka und Heiko

Tiere und Fjorde

Weiter im Text,

in Oamaru haben wir die Gelegenheit genutzt und uns die seltenen Gelbaugen Pinguine angeschaut. Diese sind 50 – 60 cm gross und es gibt angeblich nur noch ca. 2000 Stück weltweit. Dann wurde es kleiner, die blauen Pinguine waren  nur noch ca. 25 cm groß und wir konnten beobachten, wie sie Abends vom Fischfang zurück zu ihren Bruthöhlen kamen, um ihre Jungen zu füttern. Die Jungen rannten ihnen entgegen und warfen sie ungestühm um. Was aussah wie menschliche Liebe war aber wohl nur tierischer Hunger  😉

Ein Gelbaugen-Pinguin

Der nächste Stopp war Dunedin, eine größere Stadt für hiesige Verhältnisse. Hier haben wir uns ein Rugbyspiel angesehen. War ganz nett, aber die müssten mal ein Lokalderby im Fussball bei uns sehen, um mitzubekommen, was Stimmung im Stadion ist …

Rugbyspiel in Dunedin

Jetzt sind wir in Te Anau und haben heute früh einen Ausflug zum Milford Sound unternommen. Dort haben wir eine 90 minütige Bootstour gemacht und waren von den Eindrücken der Natur überwältigt. Der Sound ist der bekannteste Fjord Neuseelands und die Touristenattraktion ueberhaupt. Um vor den Massen dort zu sein, war also Abfahrt 7:00 Uhr angesagt. Die Mühe hat sich gelohnt, wir waren nur mit ca. 30 Personen auf dem für 300 ausgelegten Schiff und die ganzen Reisebusse kamen uns auf der Rückfahrt entgegen.

Fahrt über den Milford Sound

Morgen geht es weiter nach Queenstown und von dort weiter Richtung Franz-Josef-Gletscher.

Bis dahin Grüße aus dem sonnigen Neuseeland

Bianka und Heiko

PS:
Noch kurz zu den aufgekommenen Fragen:
– Unser Campervermieter heisst Apollo
– Das Auto ist ein 3,5 Tonnen Ford und hat geschätzte 200 PS und 6 Räder
– Spritverbrauch: ca. 16 Liter Diesel, erschwinglich bei 0,65 Euro pro Liter 🙂
– Frl. Menke haben wir in den hohen Bergen nicht getroffen
– aus den obigen Antworten ergibt sich: Ja, man kann uns mailen

Wetter, Duschen und Co.

Hallo Ihr Lieben,

wir sind mittlerweile in Greymouth an der Westküste der Südinsel angekommen. Auf dem Weg hierhin haben wir uns 2 Gletscher angesehen und natürlich die entsprechenden Wanderungen gemacht.

Fox Gletscher Walk
Blick auf den Franz-Josef-Gletscher

Im Moment ist wieder herrlicher Sonnenschein, wir haben zwischendurch aber auch Regen. Da der Dienstag komplett verregnet war, haben wir einen „Fahrtag“ eingelegt und sind unserer Planung dadurch einen Tag voraus.

Die Überlegung ist nun, hier direkt am Meer einen Ruhetag einzulegen oder die morgige Etappe zu kürzen, mal sehen.

Zum Wetter generell: Die Tagestemperaturen bewegen sich zwischen 20 und 25 Grad, es wechselt sehr schnell zwischen Sonne und Regen. Nachts kühlt es gerne ab, wir hatten schon Morgentemperaturen von 6 Grad im Camper. Wir haben zwar Heizung, aber Schlafzimmer werden nicht geheizt …

Zu den Campingplätzen: Der Neuseeländer liebt die Nähe. Das zeigt er auch auf den Campingplätzen, die im Extremfall wie ein Parkplatz bei ALDI aussehen. Also Abstand zwischen den Fahrzeugen von 1 Meter und weniger. Bislang haben wir durch knoblauchhaltige Nahrung immer unseren Platz verteidigen können  😉
Die Duschräume sind in Blockhütten untergebracht und normalerweise nicht beheizt. Das führt dann an Bergorten dazu, dass man nach dem Duschen dampft wie ein Rennpferd nach dem Sieg.

Inzwischen versuchen wir, jeden 2. oder 3. Tag sogenannte DOC-Plaetze zu bekommen. Diese sind staatlich, ohne jeglichen Komfort, dafür aber herrlich gelegen und ohne Mini-Parzellen.

Platz genug für Campingplätze wäre vorhanden

Mücken haben uns bislang ziemlich verschont, Heiko arbeitet unfair mit indischen Anti-Mücken-Mitteln (nur 5 Stiche, Bianka sagt, es gibt keine Mücken).

Unser Auto hat übrigens nur 2 Achsen, die hintere aber mit Zwillingsreifen versehen.
Seid froh, dass Bianka zu Hause nur ein kleines Auto hat, mit dem sie Euch auf der falschen Seite entgegenkommen kann. Heute hat sie einen Bauarbeiter fast in den Graben getrieben. Aber er nahm es mit Humor (sie auch).

Das soll für heute reichen, schöne Grüße
Bianka und Heiko