Entscheidung

Mit Gudrun besteht nach wie vor ein reger Mail-Kontakt. Wir wurden uns schnell einig, dass wir 2003 gemeinsam verreisen wollen, falls sich unsere Reiseziele als identisch herausstellen sollten, so gut haben wir uns auf der Indien-Nepal-Tour verstanden.

Nach kurzer Überlegung war für Heiko und mich bald klar, dass unser Ziel für 2003 „Indonesien“ heißen soll. Wir wollten wieder mit Djoser fliegen und nach kurzer Katalogrecherche stand für uns das Abflug-Datum 24.05.2003 fest.

Beiläufig erwähnte ich dies gegenüber Gudrun und was sagte sie?
Dies sei genau das Ziel und das Datum, dass sie und ihr Mann sich auch ausgesucht haben.
Also schien einem weiteren gemeinsamen Urlaub nichts mehr im Wege zu stehen.

Besser nicht?

Am 12.10.2002 trafen wir uns mit Nicola, der amtierenden Königin der Herzen 2002, in Köln.
Unser Kampfzwerg hatte sich beworben; sie wollte bei Djoser Reisebegleiterin werden, überstand das Vorstellungsgespräch erfolgreich und war nun aus Freiburg angereist, um sich auf einem Seminar von ihrem neuen Arbeitgeber fit machen zu lassen. Nicola hatte auch schon die erste Gruppe zu geteilt bekommen, sie fliegt am 06.01.2003 nach Südafrika.

Wir plauderten in einem indischen Restaurant mit hervorragender Küche vier Stunden über Indien und Nepal und lachten dabei zum Entzücken der anderen Gäste oft laut und herzlich.

Auf der Rückfahrt hörten Heiko und ich im Autoradio nur noch die Worte „Bali, Bomben und über 100 Tote“.

Am nächsten Tag verfolgten wir mit Entsetzten die Fernsehberichte über die Terroranschläge auf der Insel Bali. Mittlerweile war die Rede von 186 Toten, vielen Verwundeten und Vermissten.

Ein paar Stunden später gab das Auswärtige Amt die Mitteilung per Internet durch, dass von Reisen auf die Insel Bali abgeraten wird. Die Warnung wurde in den nächsten Tagen noch auf gesamt Indonesien erweitert. Es erfolgte der Aufruf, dass sich Deutsche, die sich auf einer der vielen indonesischen Inseln aufhalten, so schnell wie möglich nach Hause kommen sollten.

In diesen Wochen liefen die e-mail-Drähte zwischen Gudrun und mir heiß.
Was sollen wir machen? Kneifen wir oder zeigen wir Mut und Gelassenheit?

Es drängt

Nun haben wir also ein Problem: In Indonesien werden Bomben geworfen und in Südafrika (wir spielten in der Zwischenzeit mit dem Gedanken, Nicola nach Südafrika zu begleiten) trauen sich in den größeren Städten noch nicht einmal die Einheimischen bei beginnender Dämmerung auf die Straße. Eine Bekannte wurde bei dem Besuch eines Visitor-Centers in der Nähe von Kapstadt überfallen und ausgeraubt und die VHS Düsseldorf bietet ab sofort keine Reisen nach Südafrika mehr an.

Da Heiko sich mit seiner Wahl, welches Land wir 2003 mit unserer Anwesenheit beehren werden, unendlich Zeit lässt, bin ich natürlich schon hektisch: Wie kann ich nach dem bekannten Verfahren einen Urlaub planen, wenn ich nicht weiß, wohin es geht?

Irgendwann kam Heiko mit der Idee, Deutschland sei auch ganz schön…. Grundsätzlich hat er da Recht, aber mir steht dann doch nicht der Sinn, als Jahresurlaub 3 Wochen im Allgäu die Gegend zu erwandern. Und so wurde die Hektik bei mir größer und größer.

Wohin?

Von den Berliner und den Rüdigers haben wir ganz liebe Karten zum Weihnachtsfest bekommen.
Sofort stellte sich bei mir das schlechte Gewissen ein, denn eigentlich wollte ich ja auch den Indien Trupp mit Karten beglücken. Berlin bekam so verspätet noch einen Brief und die Rüdigers habe ich kurz nach Neujahr angerufen.

Während des Telefonates erklärte mir Gudrun, dass an dem Plan, nach Indonesien zu fahren, festgehalten wird und dass sich als Abflugtermin der 26.04.03 heraus kristallisierte. Oh, sofort wurde ich neidisch!!
Der Drang nach einem konkreten Reiseplan verfestigte sich weiter, als der arme Postbote uns den Djoser Katalog brachte. Arm war der Jung, weil wir den aktuellen Katalog nicht ein, sondern viermal bekamen. (Typisch Djoser)

Ich schlug Heiko das Spiel vor: „Ich blättere den Katalog durch und Du sagst stopp und das Land, was aufgeschlagen ist, da fahren wir hin.“ Um meine Laune nicht zu verschlechtern, spielte er mit.
Beim 1. Versuch landete ich bei Indien – Nepal und beim zweiten beim Iran. Mit dem Kommentar „sch… Spiel“ brachen wir erfolglos ab.

Also doch

Ach, was hat der Kerl doch für ein gutes Herz.
Ein Blick auf die Internetseite des Auswärtigen Amtes, die Feststellung, dass dort die Sicherheitswarnungen für Indonesien aufgehoben waren und die Aussage „von mir aus können wir mit Lutz und Gudrun nach Indonesien fahren“ reichte aus, um mich wieder in Urlaubsplanungshochform zu bringen.
Nach kurzer 2 tägiger Diskussion stand auch die Dauer des Urlaubs fest. Gudrun und Lutz düsen nach 29 Tagen wieder gen Deutschland, wir bleiben noch eine Woche länger und wollen am Strand vom Lombok rumhängen.

Schnell hatte ich im Büro zwei Wochen Bereitschaftsdienst getauscht und mir das ok meines Chefs abgeholt. Bei Heiko dauerte es etwas länger, weil erst abgewartet werden musste, bis sein Zimmerkollege aus dem Urlaub kam, um mit ihm die Vertretung zu klären.
Als dies dann über der Bühne war und ich schon den Finger auf dem Button „Reisebuchung“ bei Djoser hatte, meldeten sich Gudrun und Lutz. Lutz´ Kollegin wird Anfang Mai 2003 60 Jahre alt, plant den runden Geburtstag groß zu feiern und will daher auch in diesem Zeitraum Urlaub haben.
Lutz schlug nun vor, am 24.05.03 zu fliegen.

Wie gehabt, ging bei mir im Büro alles glatt über die Bühne und auch Heiko hatte die Verlegung des Urlaubs innerhalb von 2 Tagen geregelt.
Als ich dann abends mit Gudrun und Lutz per Telefon die Modalitäten der Buchung klären wollte, sagten sie, dass sie vor dem 01.02. nicht buchen wollten. Dabei haben wir erst den 07.01! Noch so lange warten?
Schwupps zog ich wieder einen Flunsch und einigte mich mit den beiden, dass ich per e-mail bei Djoser nachfrage, ob für die Reise generell noch 4 Plätze frei sind und ob es ratsam wäre, zügig zu buchen.

Mit Erstauen erhielt ich nach knapp einem Tag auf meine Mail die Mitteilung, dass für den Abflug 24.05.2003 noch genügend Plätze zur Verfügung stünden und auch eine Verlängerungswoche auf Lombok möglich wäre.

So weit so gut, mein Seelenfriede war wieder hergestellt.

Bis, ja bis mein Herzallerliebster das Thema „Streik im öffentlichen Dienst“ ansprach. Nach dem jetzigen Stand der Dinge stehen die Zeichen auf Arbeitskampf und es wird gemunkelt, dass er drei Wochen dauern soll.
Wo das Problem liegt?
Als Ende letzen Jahres der Mülheimer Oberbürgermeister aufgrund einer Affäre mit seiner Referentin seinen Hut nehmen musste, wurde von Seiten der Verwaltung der 1. oder 2. Sonntag im Monat Mai für die Neuwahl vorgeschlagen. So wäre genug Zeit, um alles EDV-technisch zu regeln, eine evtl. Stichwahl vorzubereiten etc.
Auf Wunsch des Ältestenrates wurde jedoch der 23.03. für die Wahl und der 06.04. für die Stichwahl festgelegt.
Aufgrund der kurzen Vorbereitungszeit wird es eh knapp werden, alles vorschriftsmäßig geregelt zu bekommen. Falls jetzt ein 3wöchiger Streik angesetzt wird, dann wird unweigerlich die Wahl verschoben und zwar auf einen Sonntag Ende Mai.
Vor der Wahl wird Heiko grundsätzlich keinen Urlaub bekommen, es sei denn, er hat bereits eine Buchung vorgenommen.

Dies haben wir alles Lutz und Gudrun mitgeteilt und warten nun auf eine Antwort.
Parallel dazu informierte ich die Münchner Jungs über unsere gemeinsame Urlaubsplanung und bat Nicola und Dunja, sich zu überlegen, ob eine von beiden Lust hat, uns als Vertreterin von Djoser zu begleiten.
Dunja wollte sich direkt per mail erkundigen, auf eine Antwort von Nicola müssen wir noch warten, sie ist z.Zt. für Djoser in Südafrika auf Tour.

Der Streik findet nun zum Glück nicht statt, also spricht nichts mehr gegen den Termin 24.05. Als ich dies Gudrun per mail mitteilte, kam prompt auch eine Antwort, wie schön das doch wäre und der Zusatz „glaubt nicht, dass wir Euch auf Lombok alleine lassen.“
Kreisch!! Die beiden planen offensichtlich, die Verlängerungswoche auch mit zu machen. Prima, dann kann ich abends mit Gudrun evtl. aufkommendes Heimweh im Alkohol ertränken und die beiden Jungs müssen zu sehen, wie sie uns dann ins Bettchen bekommen.

Auch dieser Gedanke zischt mir durch den Kopf und bringt ein breites Grinsen zu Tage: Wenn wir vier nicht gerade kleine, schmächtige und untergewichtige Personen, verteilt auf 2 Mopeds und versehen mit Helmen, die uns aussehen lassen wie Calimero aus Palermo, über Lombok düsen, bilden wir bestimmt eine der Hauptattraktionen auf der kleinen Insel.

Am 16.01. kam eine Mail von Dunja mit direkt zwei schlechten Nachrichten. Zum einen übernimmt sie in ein paar Tagen eine Tour durch Burma, kann daher also in Köln bei der Djoser Reisemesse nicht dabei sein, zum anderen ist die Tour Indonesien ab 24.05. bereits vergeben, auch hier werden wir sie nicht sehen.
Nach ihren Angaben werden die Indonesien Touren von Leuten geführt, die dort auch wohnen. Um auf das positive Denken zurück zu kommen: Wenn unsere Reisebegleitung nicht die letzte taube Nuss ist, werden wir bestimmt viele Insider Tipps bekommen, wie schon zuvor von Dunja in Indien/Nepal.

Andi hat sich per Mail gemeldet! Er teilte mit, dass er zwar auf der einen Seite gerne mit uns in Urlaub gefahren wäre, auf der anderen Seite ist er immer noch auf Jobsuche, schreibt in dem ausgesuchten Zeitraum Klausuren und möchte seinen nächsten Urlaub nicht wieder in einem asiatischen Land verbringen. Ob Axel sich schon gemeldet hätte, wollte er wissen.
Natürlich nicht. Langsam gebe ich auch die Hoffnung auf und muss Lutz zustimmen, der sagte: „Von dem hören wir nichts mehr“.

Wie genau?

Für Samstag, den 01.02.2003 lud Djoser wieder zu seinem großen Informationstag in Köln ein.
Was lag näher, als auch dieses Jahr die Reisemesse zu besuchen? Da wir zusammen mit Gudrun und Lutz den Urlaub verbringen wollen, war es auch klar, dass die Beiden den Besuch in Köln mit einem Wochenendbesuch bei uns verbinden werden. Am Freitag rauschten die beiden trotz Eis und Schnee an und es war so, als hätten wir uns regelmäßig gesehen, so vertraut waren wir uns noch.
Eigentlich wollten wir am Freitagabend früh ins Bettchen gehen, da geplant ist, am nächsten Morgen um 09.00 Uhr Richtung Köln zu starten, aber erst als Heiko uns gegen 01.00 Uhr auf die fortgeschrittene Stunde aufmerksam machte, konnten wir unseren Gesprächsfluss unterbrechen und sind schlafen gegangen.

Pünktlich, ein paar Minuten vor 10.00 Uhr, standen wir vor den Toren des Palladiums in Köln und wartete auf Einlass zur Reisemesse.
Da wir uns am Abend vorher bereits den Zeitablauf der Dia-Shows angesehen hatten, konnten wir uns sofort ins Getümmel, bzw. auf den Indonesien Stand stürzen. Zwei nette Djoser Mitarbeiter zeigten uns Fotos von der Reise und beschrieben uns den genauen Reiseverlauf.
Enttäuschend war der Vertreter der Fluglinie Garuda Indonesia, der einen schmuddeligen und unkompetenten Eindruck machte und keinerlei Auskünfte über die Dauer der Flüge und etwaige Zwischenstopps geben konnte.
Nachdem wir uns gemeinsam den Dia-Vortrag über Indonesien angesehen hatten, trennten sich vorerst unsere Wege, Gudrun und Lutz wollten sich noch durch die Vorträge über Namibia und Mexiko informieren, während wir uns für China-Nepal interessierten.
Um 15.00 Uhr trafen wir uns wieder und haben direkt am Informationsstand gebucht. Beide Paare mit dem Zusatz auf der Anmeldung, dass wir vier zusammen in einer Gruppe sein wollen. Hoffentlich klappt es!!

Auf der Rückfahrt rechnete Gudrun schnell aus, dass wir noch genau 112 mal schlafen müssen, bis wir zu unserer 36tägigern Indonesienrundreise aufbrechen. Die Vorfreude hat begonnen!

Am Sonntag brachen die beiden dann wieder in Richtung Eisenach auf, nicht ohne vorher noch eine Gegeneinladung auszusprechen.
Im Laufe des Nachmittags kam auch eine Mail von Nicola. Sie war wohlbehalten aus Südafrika zurück, kann aber an der Indonesientour nicht teilnehmen, weil sie sich um ihre Firma in Freiburg kümmern muss.
Im Grunde genommen war uns das vorher schon klar gewesen, aber einen kleines bisschen Hoffnung hatten wir trotzdem ……………………………

Als wir am 04.02. vom Büro nach Hause kamen und eine Nachricht von Djoser auf dem AB hatten, dachten wir beide: „Womit will Djoser uns jetzt in den Wahnsinn treiben?“.
Frau Sippel, eine nette junge Frau, die wir auch auf der Messe kennen gelernt hatten, teilte uns mit, dass erst ab Juni die 36tägige Reise zu buchen sei. Sie könne uns aber anbieten, ein Hotel auf Lombok für uns zu reservieren. Den Transfer von Bali nach Lombok und wieder zurück müssten wir dagegen selber organisieren. Frau Sippel teilte auch mit, dass Rüdigers das Angebot bereits angenommen haben.
Heiko dachte laut nach: Djoser hat doch eine Agentur in Indonesien, warum kann diese die Überfahrt erst ab Juni organisieren? Wo ist da der Haken?
Nach kurzer Lektüre der Reiseführer und Internetrecherche, stellten wir fest, dass es zwei Fährlinien von Bali nach Lombok und zurück gibt.
Eine ist ein Schnellboot und braucht für die Strecke 2 Stunden, hat aber den Betrieb z.Zt. eingestellt. Die andere Fährüberfahrt dauert 4 – 5 Stunden (bei schlechtem Wetter auch 7) und soll alle 2 Stunden abfahren.
Also dürften die Überfahrten generell kein Problem sein.

Heute morgen meinte Heiko, es sei vielleicht auch zu überlegen, anstatt 1 Woche auf Lombok zu verbringen, dort nur 4 Tage zu bleiben und für 3 Tage einen Stopover in Singapur einzuschieben. So könnten wir nach Relaxing am Strand auch noch eine kurze Stadtbesichtigung verbringen.
Wir werden Frau Sippel heute Nachmittag anrufen und genauer interviewen.

Gudrun habe ich unsere Stopover Gedanken auch schon gemailt, mal sehen, was sie antwortet.

Am Abend klingelte auch prompt das Telefon. Gudrun begann mit den Worten: „Ich beglückwünsche Dich zu Deinem Mann. In Singapur waren wir auch noch nicht, wir kommen also mit!“
Kurz schilderte ich ihr die Vereinbarung, die wir mit Frau Sippel getroffen haben: Wenn es die passenden Flüge gibt, (Garuda nimmt den Betrieb erst wieder ab 03/03 auf und vorher gibt es keine Infos zu den Flugzeiten) dann bleiben wir 4 Tage auf Lombok und verbringen 3 Tage in Singapur.
Wir sind übereingekommen, dass der Lombokaufenthalt 4 Tage umfassen muss. Sollten nur weniger möglich sein, werden wir Singapur nicht machen und an der geplanten Woche Lombok festhalten.

Frau Sippel (mit der wir nun fast täglich telefonieren) gab zu bedenken, dass evtl. der Reisetermin um 1 – 2 Tage noch vorne oder nach hinten verschoben werden muss, der Abflughafen statt Frankfurt Amsterdam sein könnte und der Stopover ca. 50 € zusätzlich kostet. Gut, wir können damit leben, aber Gudrun muss spätestens am 01.07.2003 ihrem Arbeitgeber wieder persönlich „Guten Tag“ sagen.

Also warten wir ab, bis der endgültige Flugplan bekannt ist, vorab informierten wir Frau Sippel telefonisch über unsere Reiseänderungenswünsche.

Aber als wir am 06.02. nach Hause kamen, hatte Frau Sippel eine Nachricht auf unserem AB hinterlassen: Ihre Kollegen hätten sich zusammen gesetzt und beschlossen, dass die 36 Tage nun doch schon im Mai zu buchen seien. Was das nun zu bedeuten hatte, konnten wir uns nicht so richtig vorstellen, denn wir wollten doch gar nicht 7 Tage auf Tage auf Lombok verbringen und warum sollte Djoser nur für uns die ursprüngliche Planung wieder über den Haufen werfen? (Soweit es der Flugplan erlaubt.)

Sofort versuchte Heiko Frau Sippel zurück zu rufen. Leider war sie in einer Besprechung und am Apparat war – ja wer wohl? – eine der analphabetisierten Aushilfsstudentinnen. Ihr wurde versucht, die Angelegenheit zu erklären. Am Schluss einigte sie sich mit Heiko, dass Frau Sippel sich melden wird. (Eine gute Idee!)

Am Freitag, dem 07.02.2002 hatte Frau Sippel wieder mit unserem AB gesprochen, aber wohl auch anschließend Heiko im Büro telefonisch erreicht. Die beiden klärten nun den Urlaubsverlauf. (Die analphabetisierte Aushilfsstudentin hatte entweder vergessen Frau Sippel zu informieren oder nicht verstanden, was Heiko ihr erklärt hatte – oder sie hat nicht verstanden, was sie vergessen hat oder vergessen, was sie nicht verstanden hat.)

Sollte der Flugplan es erlauben, werden wir also am 24.05.03 von Frankfurt über Singapur und Jakarta nach Medan fliegen. Dann werden wir Indonesien erkunden und wenn am 20.06.03 die Kurzurlauber der restlichen Reisegruppe (so Gudrun) wieder nach Hause düsen, machen wir vier uns mit einem Schiffchen in Richtung Lombok auf. Djoser bucht uns vier Übernachtungen in einem Hotel. Am 24.06.03 geht es per Schiff zurück nach Bali, wo wir in Kuta eine Übernachtung einlegen. Am Mittag des 25.06.03 geht der Flieger von Denpasar nach Singapur. Dort kümmern wir uns selber um eine Schlafmöglichkeit für 3 Nächte und treten am 28.06.03 gegen Mitternacht den Heimflug an.
Die Landung in Frankfurt wird am 29.06.03 in den Morgenstunden sein.

Frau Sippel besprach auch mit Gudrun und Lutz die Angelegenheit.
Am 08.02. kam prompt von den beiden eine Mail, in der der Reiseverlauf beschrieben war.
Nun bleibt uns nichts weiter übrig, als die Tage zu zählen und zu hoffen, dass der Flugplan sich mit unseren Wünschen deckt.

Am 13.02.03 kam dann auch die ersehnte Reisebestätigung. Fest bestätigt wurde die Zeit vom 24.05.03 – 21.06.03 und als „nachgefragt“ die anschließende Woche mit Rückflug am 28.06.03.

Telefonate

Am 07.03. erhielten wir einen weiteren Brief von Djoser, in dem uns mitgeteilt wurde, dass der Flug in Richtung Indonesien nicht von Frankfurt, sondern von Amsterdam starten wird. Angeboten wurde die Möglichkeit von verschiedenen deutschen Flughäfen nach Amsterdam zu fliegen.
Prima, klasse, so können wir uns die Gurkerei mit dem Zug von Mülheim nach Frankfurt ersparen und düsen direkt mit der S-Bahn zum Düsseldorfer Flughafen und von dort mit dem Flieger nach Amsterdam.
Leider standen auf der Rechnung noch die Kosten für die Zugfahrt nach Frankfurt, also versuchte Heiko, dies mit Djoser zu klären. Frau Sippel war in einer Besprechung und so mussten er sich wieder mit einer Mitarbeiterin auseinander setzten. Mal sehen, ob sie es verstanden hat, es müsste dann in den nächsten Tagen eine erneute Rechnung kommen.
Der Abflug erfolgt auch einen Tag später, so dass wir jetzt vom 25.05.03 bis 29.06.03 unterwegs sein werden.

Lutz und Gudrun machen sich jetzt Gedanken, wie sie es schaffen, von Eisenach nach Franfurt zu kommen. Die Zugverbindung sei nicht die idealste, daher überlegen sie, sich einen Mietwagen zu nehmen, denn ihr eigenes Auto 5 Wochen am Flughafen zu parken, wird wohl heftig teuer werden.
Gudrun war natürlich nicht sonderlich glücklich, dass sie einen weiteren, wenn auch kurzen Flug untergejubelt bekam, sie hasst starten und landen eben wie die Pest.
Lutz brachte aber bei Djoser in Erfahrung, dass der Rückflug von Singapur nicht nach Amsterdam und dann nach Düsseldorf, sondern direkt nach Frankfurt gehen soll.
Also ist auf der Heimreise für uns das Problem, wie kommen wir zurück?
Ob wir jemanden finden, der uns abholt? Sollen wir den Zug nehmen?
Ach, ich glaube, darüber machen wir uns Gedanken, wenn die genauen Flugzeiten bekannt sind.

Wieder Post von Djoser! Am 12.03.2003 fischte Heiko gleich 3 Briefumschläge aus dem Briefkasten.
Der eine enthielt einen Überweisungsträger für unsere Restzahlung, der zweite eine Auflistung unserer Hotels in Kuta und Lombok und der dritte entlockte Heiko den Ausruf: „Die machen mich waaaaahnsinnig!“
Inhalt des dritten Briefes war die Mitteilung, dass aufgrund einer Umstellung in der Buchführung von Djoser z.Zt. keine Überweisungsträger für An- bzw. Restzahlungen gefertigt werden können und eine neue Rechnung mit Auflistung de Reiseverlaufes. (Die wievielte war es?)

Nach dieser neuen Auflistung fliegen wir am 25.05.03 von Düsseldorf nach Amsterdam und am gleichen Tag weiter über Singapur nach Jakarta und von dort nach Medan.
Auf dem Rückflug bringt uns der Flieger von Singapur über Frankfurt nach Düsseldorf. Starten werden wir in Frankfurt am 28.06.03 und landen in Düsseldorf am 29.06.03. Da bin ich ja mit dem Fahrrad schneller!
Weiterhin waren neben den Kosten für die Zubringerflüge auch die für die Zugfahrt Frankfurt -Düsseldorf aufgeführt und der zu zahlende Restbetrag stimmte mit dem Betrag auf dem neuen Überweisungsträger nicht überein.

Also, ran ans Telefon und wieder einen netten Plausch mit Frau Sippel gehalten.
Resümee des Gespräches war die Auskunft, dass es

  • keine Zubringerflüge von Düsseldorf nach Amsterdam durch Garuda gibt,
  • ebenso kein rail & fly von Deutschland in die Niederlande,
  • wir uns für die Zugfahrt Frankfurt/Mülheim selber Tickets kaufen, weil dies billiger ist,
  • der Aufenthalt in Singapur sich von 3 auf 2,5 Tage verkürzt und
  • noch keine genauen Angaben über die Abflugzeiten in Amsterdam bzw. Ankunftszeiten in Frankfurt gemacht werden können, da Garuda fast täglich den Flugplan ändert.

Frau Sippel versprach aber, eine neue Rechnung zu erstellen. Wir freuen uns also schon auf die nächste Postlieferung!

Am Abend telefonierte ich mit Gudrun, den Erfahrungsaustausch mit Frau Sippel wollte ich ihr nicht per Mail erklären.
Auch in Eisenach sind 3 Djoser-Briefe angekommen. Die Inhalte waren identisch mit denen, die wir erhalten hatten und auch hier stimmte die Rechnung nicht. Lutz wollte mit Djoser telefonieren, genaues konnte mir Gudrun aber nicht berichten, da Lutz noch arbeiten sei. Sie wusste nur, dass sich in der Zwischenzeit drei Djoser – Abteilungen mit der Indonesienreise beschäftigen. Das liegt wohl nicht nur an unseren Sonderwünschen, sondern vor allem an Garuda. Die Fluglinie ändert lt. Djoser ständig ihre Flugangebote. So sind dann aber auch drei Briefen an einem Tag zu erklären.

Post von Djoser am 14.03.2003. Aber enttäuschender Weise nur einen Umschlag. Er enthielt einen neuen Überweisungsbeleg und eine erneute Buchungsbestätigung.
Offenbar wurden nun alle Hin-, Rück- und Zwischenflüge von Garuda bestätigt. Die angegebenen Daten stimmen auch mit unseren Wünschen überein. Leider sind immer noch die Kosten für die rail and fly Tickets aufgelistet.
Dabei waren sich Frau Sippel und Heiko während des letzten Telefonates doch einig, dass es preiswerter sei, für die Rückreise von Frankfurt Einzeltickets zu kaufen.
An diesem Freitag hatte Heiko verständlicher Weise aber keine Lust, sich erneut mit Frau Sippel in Verbindung zu setzten. Das wir er dann wohl am Montag oder Dienstag machen und dann bekommen wir bestimmt wieder Djoser-Post. 

Wieder schlechte Nachrichten. In Asien grassiert eine bislang unbekannte Form der Lungenentzündung. Keiner weiß woher sie kommt, wie man sie genau erkennt, wie man sich schützen kann und welche Medikamente helfen. Besonders betroffen sind die Städte Peking, Hong Kong …………….. und Singapur.
Der kommende Urlaub steht also im Moment nicht unter guten Vorzeichen.

Eine erneute Rechnung von Djoser erreichte unseren Briefkasten! Trotz mehrmaliger Kontrolle konnten wir keine Fehler feststellen, alle Daten stimmen. Kaum zu fassen, aber diesmal ist alles richtig, wir haben also keinen Grund, erneut mit Frau Sippel Kontakt auf zu nehmen.

SARS

Oje, die Nachrichten über die neue Form der Lungenentzündung (SARS) nehmen bedrohliche Formen für uns Urlauber an. Nach den Hinweisen der WHO sollen Urlauber in Singapur einen leichten Mundschutz tragen. Die deutsche Botschaft in Jakarta teilt auf ihrer Internetseite mit, dass manche Fluglinien Passagiere nicht mehr befördern, wenn sie bereits leichte Anzeichen eines Schnupfens haben und auf den Flughäfen gehe es dann ohne wenn und aber in Quarantäne.

Auf eine indonesische Quarantänestation habe ich ja nun überhaupt keine Lust und beim Tragen eines Mundschutzes beschlägt mir immer die Brille.
Zwar habe ich nicht vor, mir eine Erkältung im Urlaub zu zulegen, aber weiß man es??

Auf jeden Fall hat Heiko uns für den 07.04.2003 einen Termin bei unserem Gesundheitsamt geholt. Neben den Auskünften zur Malariaprophylaxe, werden wir uns dann einmal genaue Information über SARS geben lassen.

Auch Gudrun fragte auch schon per Mail an, ob wir uns Gedanken über den Zwischenstopp Singapur machen müssten. Mit ihr bin ich so verblieben, dass wir den Termin beim Gesundheitsamt abwarten und dann entscheiden, was wir machen werden.
Falls Singapur nicht stattfinden sollte und davon ist im Moment auszugehen, tut mir vor allem Lutz leid. Der Gute ist schon Feuer und Flamme, hat die Stadt schon im Geiste erobert und wird heftig enttäuscht sein ….. und …. die arme Frau Sippel, sie wird den Tag verfluchen, an dem sie uns auf der Messe kennen gelernt hat! Zu Hause werde ich auf jeden Fall einmal unseren Altlas befragen, ob evtl. ein anderer Zwischenstopp in Frage kommt.

Der planmäßige Zwischenstopp ist, eher unfreiwillig wg. Zwischenlandung zum Auftanken, eine Stadt mitten in Saudi-Arabien. Aufgrund der angespannten Lage in dieser Region werden wir wohl froh sein, wenn die Tanks wieder gefüllt und wir auf dem Weiterflug sind und wir keine Übernachtung dort haben.

Am 07.04.03 hatten wir dann die Beratung in unserem Gesundheitsamt.
Besondere Impfungen brauchen wir nicht mehr, die vorhanden sind noch ausreichend. Zu Thema Malaria haben wir erfahren, dass nur in Sumatra eine Ansteckungsgefahr bestehen würde und die anderen Insel bedenkenlos ohne Prophylaxe bereist werden können. Na ja, Heiko, der Mückenmagnet, wird Lariam wohl die ganze Zeit über nehmen und noch 4 Wochen nach Ende des Urlaubs. Für mich wird das Ende der Larinameinnahme mit dem Abflug von Sumatra beginnen.
Interessant fand ich den Rat der Ärztin, dass man auf Sumatra immer geschlossenen Schuhe tragen solle, auch in den Hotelzimmern. Sie wusste von Leuten zu berichten, die in ihren Hotelzimmern von Vipern gebissen wurden. Gut, dass ich schon leichte Trekkingschuhe erworben habe, für Heiko müssen wir dann noch auf die Pirsch gehen.

Zu der Lungenseuche angesprochen, meinte die Ärztin, dass die Krankheit im Moment sehr hochgespielt würde. Erst auf konkretes Befragen, ob sie denn nach Singapur fliegen würde, antwortete sie mit einem klaren „nein, um Gottes Willen, wo denken Sie hin?“.
Folgenden Tipp hat sie uns aber noch augenzwinkernd mit auf den Weg gegeben: Das beste Mittel gegen einen verdorbenen Magen oder Durchfall wäre ein Schluck Whiskey, der vor jedem Essen getrunken wird.

Wieder zurück im Büro mailte ich den Inhalt des Gespräches kurz Gudrun, wir knicken Singapur jetzt wohl und bleiben 3 Tage länger auf Lombok.

Hatte ich wirklich gedacht, dass die Planung unserer kleinen 4 Personengruppe einfach sei?
Gudrun mailte mir am 09.04., dass nach Informationen von Frau Sippel, die in der Zwischenzeit – wer kann es ihr verübeln? – leicht angenervt scheint, auch eine kurzfristige Umbuchung vor Ort möglich sei.
Im Klartext heißt dass: Gudrun und Lutz halten an dem ursprünglichen Reiseverlauf fest und wollen die letzten 3 Tage in Singapur verbringen und entscheiden erst kurz vor Ende des Urlaubs, ob sie das Rückflugticket umbuchen.

Das ist mir viel zu durcheinander. Flexibilität und spontane Entscheidungen hin und her, aber nicht mit Unbekannten wie Garuda etc.
Tausend Fragen ziehen mir durch den Kopf: Was ist mit einer evtl. Verlängerung des Hotels auf Lombok; was mit der Umbuchung der Unterkunft auf Bali; was ist, wenn es keinen „passenden“ Rückflug gibt und sich die Flugzeit wegen diverser Zwischenstopps von 13 auf 20 und mehr Stunden erhöht? Internet Reiseberichten zufolge, ist das gerade bei Garuda nicht ausgeschlossen.
Heute Abend wird auf jeden Fall der Vogtsche Krisenstab tagen. Letztendlich hat Heiko ja die Entscheidungsgewalt über den Urlaub 2003. Es kann also spannend werden ……………

Nach kurzer (!!!) Diskussion kamen wir dann am Abend zu dem Ergebnis, dass wir die Entwicklung von SARS bis Ende April/Anfang Mai im Auge behalten wollen. Sollte sich der Verdacht bestätigen, dass die Krankheit von Kakerlaken übertragen wird, ist ein Ende der Ausbreitung eh nicht abzusehen und wir werden bereits von Deutschland aus umbuchen.
Wenn ich bedenke, dass Djoser 4 Anläufe gebraucht hat, um die rail + fly Tickets von der Rechnung zu stornieren, könnten 3,5 Wochen für eine Umbuchung knapp werden.

Das nicht nur ich verrückte Träume habe, sondern auch Gudrun, bewies die Mail, die sie mir am 14.04.03 ins Büro schickte. Gudrun träumte, dass wir uns in Sumatra für ein Vier-Bett-Zimmer entschieden hätten. Während abwechselnd immer einer Wache schiebt und nach Schlangen Ausschau hält, liegen die anderen drei nackt, nur mit Wanderschuhen bekleidet, im Bett.
Da werden wir im Urlaub bei der ersten Zimmerverteilung wieder unseren Spaß haben und spätestens dann werden uns die anderen Mitreisenden für ein bisschen bekloppt halten.

Über Ostern habe ich, bei herrlichem Wetter im Garten liegend, das Buch von Vicky Baum „Liebe und Tod auf Bali“ geradezu verschlungen. Und jetzt befällt mich eine leichte Unruhe, die man auch „Reisefieber“ nennen kann.
In genau 33 Tagen (22 Arbeitstagen) sitzen wir hoffentlich schon im Flieger und düsem unserem nächsten Abenteuer entgegen.
Eingebunden in Nicolas Ostergrüße war die Mitteilung, dass Indonesien ein wundervolles Land sei und es uns dort garantiert gut gefallen wird. Ach, könnte nicht schon morgen der 25.05.03 sein?

Um 20.03 Uhr kam am Sonntag, dem 27.04.03 der Anruf von Gudrun, dass sie und Lutz nicht nach Indonesien fliegen werden.
Heiko nahm das Gespräch entgegen, so bekam ich nur Bruchstücke mit. Nach Ende des Telefonates klärte er mich auf: Im Flughafen von Jakarta waren 2 Bomben explodiert. Dadurch geradezu panisch beunruhigt, wollen R.s die Reise nicht mehr antreten. Bislang hatten wir noch nichts davon gehört, daher machte Heiko mit den beiden aus, dass wir uns erst einmal im Internet erkundigen und am Montagabend wieder telefonieren werden.

Weder auf den Seiten des Auswärtigen Amtes noch auf denen des deutschen Botschafters in Jakarta war etwas über die Anschläge zu lesen.
Nur im indonesischen Internetforum stand etwas. Am Donnerstag der vergangenen Woche explodierte eine Bombe in der Innenstadt von Jakarta und eine zweite am Wochenende in einem amerikanischen Schnellrestaurant im Flughafen Jakartas. Beim ersten Anschlag wurde niemand verletzt, beim zweiten immer hin 11 Personen.

Da Heiko und mir die Entwicklung von SARS viel mehr Gedanken bereitet, als zwei Bömbchen und damit für uns nur der Zwischenstopp in Singapur auf dem Spiel steht, war für uns recht schnell klar, dass wir beide auf jeden Fall fliegen werden.
So werden wir es auch heute Abend Gudrun und Lutz am Telefon sagen. Ob die beiden mitkommen werden? In ein paar Stunden bin ich schlauer.

Abends klärte sich dann die Lage zum Wohlgefallen aller auf.
Lutz und Gudrun waren nur erschrocken, da NTV heftige Bilder zeigte und da muss wohl eine mehr oder weniger schwere Panik bei den Beiden ausgebrochen sein.
Auf jeden Fall haben sie noch eine Nacht darüber geschlafen und fliegen nun doch mit. Nach dem Motto „alles wird gut“, habe ich ihnen viel Spaß für ihren kurzen Trip nach Rom gewünscht. In knapp vier Wochen sind wir bereits gemeinsam unterwegs!

Kurz davor

In 3 Wochen und 2 Tagengeht es endlich los!!!!!!!!
Wir müssen uns jetzt nur noch überlegen, wie viel Geld wir mitnehmen, ob wir wieder mit Rucksack oder mit Koffer/Trolley reisen und wann wir mit der Lariameinnahme beginnen.

Lt. Katalog von Djoser werden 125,– € Taschengeld/Woche/Person benötigt. Um auf Nummer sicher zu gehen, werden wir wohl mit 150,– € rechnen. Zwar haben wir in Indien/Nepal – trotz des Fluges auf eigene Kosten – den von Djoser genannten Wochenbetrag nicht erreicht, aber dort gab es auch nicht viel, was sich gelohnt hätte zwischendurch zu kaufen, bzw. war super billig.
Unser Taschengeld werden wir so aufteilen, dass wir ein Drittel in bar mitnehmen und den Rest als Travellerschecks. Bei der Währung werden wir wohl den Dollar wählen, da es lt. Internetberichten in den kleinen Städten nicht oder nur schwer möglich ist, Euros zu tauschen.

Rucksack oder Koffer/Trolley? Am 13.05.03 treffen wir uns mit einem Kollegen, der die Tour mit Djoser 2001 gemacht hat. Er wird uns hoffentlich einiges berichten können. Im Gegenzug ist er an unseren Bildern und Erzählungen über Indien/Nepal interessiert, da er diese Reise für nächstes Jahr ins Auge gefasst hat.

Die Malariaprophylaxe beginnen wir am 11.05.03, wir haben dann noch Zeit, ggfls. auf ein anderes Mittel zu wechseln, falls wir Lariam nicht vertragen sollten.
Im Djoser Katalog steht, dass die Reise 14 Tage vor Antritt abgesagt werden kann, wenn sich nicht genug Teilnehmer (mind. 6 Personen) melden. Da wir am 25.05.03 fliegen, müsste die Absage am 11.05.03 schon erfolgt sein und wir brauchen nicht erst mit der Einnahme beginnen.
Aber bis dahin ist unser Briefkasten das begehrteste Objekt im Haus.

05.05.03 = keine Absage von Djoser.
06.05.03 = keine Absage von Djoser.
07.05.03 = Keine Absage von Djoser.
08.05.03 = keine Absage von Djoser, aber eine Reisewarnung der WHO im Internet vor Reisen nach Taiwan. Ein Blick in die seit dem 22.04.03 von mir geführte Statistik zeigte, dass es in Taiwan bislang weniger Verdachtsfälle und weniger Tote als in Singapur gibt.
Also wurde mit dieser Meldung die Reisebande kurz aufgemischt. Gudrun scheint nun doch etwas besorgt zu sein. Per Mail teilt sie mir mit, dass wohl hauptsächlich ihre Kollegen versuchen, ihr den Urlaub mies zu machen. Ich gab ihr den Rat, etwas zu mogeln und einfach zu behaupten, dass der Trip nach Singapur gestrichen wird. So haben wir das bei meinen Eltern auch gemacht und seit dem ist zu Hause wieder alles ok.
09.05.03 = Post von Djoser mit den Tickets!! Trallala und hopsasa, es sind insgesamt 6 Personen, die den ersten Teil der Reise mitmachen. Fix griff ich zum Telefon und rief Rüdigers an.
Sie waren auch gerade dabei, die Post aufzumachen. Neben unseren vier Namen auf der Liste sind noch zwei weitere Teilnehmer dabei. Ein Mann und eine Frau. Gudrun erklärte, dass die den Mann kennen würde, er war schon mit den beiden in Thailand unterwegs. Es wird also immer besser.
Als wir uns die Tickets näher betrachteten, stellten wir fest, dass wir von Frankfurt nach Amsterdam und dann weiter nach Jakarta fliegen werden.
Wie oft haben wir deswegen mit Djoser telefoniert? 3 mal? Oder noch öfter? Hatten wir nicht erklärt, dass wir nicht von Frankfurt nach Amsterdam fliegen wollten, sondern direkt in Amsterdam den Flieger besteigen werden? Hatten wir nicht erklärt, dass wir deshalb kein rail and fly zum Frankfurter Flughafen brauchen? Hatten wir nicht erklärt, dass für uns Amsterdam schneller zu erreichen ist als Frankfurt?
Am heutigen Montag will Heiko auf jeden Fall versuchen, den Flug von Frankfurt nach Amsterdam in einen Flug Düsseldorf-Amsterdam umzubuchen, gleiches natürlich auch für den Rückflug. Da wir bei dieser Aktion bereits bei Djoser gescheitert waren, wird Heiko sich direkt bei KLM, die die Flüge für Garuda nach Amsterdam durchführt, erkundigen. Zur Not düsen wir zum Flughafen Düsseldorf und tauschen dort die Tickets um.

Der Anruf bei KLM und Garuda Frankfurt ergab, dass eine Umbuchung von Frankfurt – Amsterdam in Düsseldorf – Amsterdam nicht möglich sei, da Düsseldorf zu nah an Amsterdam liege und entsprechende Flüge daher nicht von KLM angeboten werden. Heiko wurde aber darauf hingewiesen, dass der Flug Frankfurt – Amsterdam auf jeden Fall offiziell von Djoser storniert werden muss, da ansonsten alle Anschlussflüge von Seiten KLM und Garuda frei gegeben werden, wenn wir beide in Frankfurt das Flugzeug nicht besteigen.
Weiterhin war zu erfahren, dass das Flugzeug fast ausgebucht sei, mit den erhofften drei Plätzen für zwei Personen wird wohl nichts werden.
Nachdem Heiko Djoser auf diese Regelung aufmerksam machen musste (!!!!!), versprach die Mitarbeiterin des Reiseunternehmens sich darum zu kümmern und zurück zu rufen.
Bin mal gespannt, wann das sein wird, denn anschließend wollen wir uns – sicher ist sicher – bei Garuda erkundigen, ob die Aussage auch stimmt und gleich eine Sitzplatzreservierung vornehmen lassen. So können wir sicher sein, dass wir, da das Einchecken bei uns ja später als bei denjenigen, die von Frankfurt fliegen, erfolgt, nicht einer Reihe 12 den Mittelplatz und der andere Reihe 16 Mittelplatz zugewiesen bekommt.

Nach einer telefonischen Erinnerung, erfolgte dann auch am Dienstag gegen Mittag der zugesagte Rückruf. Jetzt wird Heiko bei Garuda anrufen, sich die Aussage über die Stornierung bestätigen lassen und die Sitzplatzreservierung durchführen. Es war mal wieder eine schwierige Geburt! So langsam aber sicher mache ich mir meine Gedanken, ob ich tatsächlich noch einmal mit Djoser verreisen will.

Eine Anfrage bei der Bahn ergab, dass ein Ticket für zwei Personen von Duisburg nach Amsterdam und zurück ohne Zugbindung, also ohne Rabatte, 118,80 € kostet. Billiger geht es doch wohl kaum.
(Das rail and fly ticket über Djoser gekauft, hätte übrigens 75,- € pro Person gekostet.)

So, die Sitzplätze sind auch reserviert. Die Sitze sind 3 – 4 – 3 angeordnet. Wir haben 43 J und 43 K. Das sind Fensterplätze. Heiko spekuliert ja noch auf Plätze am Notausgang, aber ob das klappt?

Der Abend des 13.05.03 stand unter dem Motto „Indonesien – Bilder“.
Um 18.00 Uhr standen wir bei Rainer auf der Matte und um 22.00 Uhr haben wir uns verabschiedet. Dazwischen lagen 4 Stunden mit Bildern, Bildern und noch einmal Bildern. Der gute Mann hatte über 900 Photos gemacht und uns den gesamten Reiseverlauf ausführlichst erzählt, einschließlich der Beschreibung des an dem jeweiligen Tag eingenommenen Essens.

Noch in der Nacht schwirrte mir der Kopf, ich hatte Schwierigkeiten alles zu sortieren und so fiel die Zusammenfassung, die Gudrun am Mittwoch bekam zwar umfangreich, aber doch sehr chaotisch aus.
Aber es fruchtete, denn kurze Zeit später erklärte Gudrun, dass nun auch bei ihr das Reisefieber steigen würde.

Um 7.44 Uhr klingelte am Freitag, dem 16.05.03 bei mir im Büro das Telefon. Es war Gudrun.
Das konnte nichts gutes bedeuten, war sofort mein erster Gedanke, als ich hörte, wer mich anrief. Und richtig, ich hatte leider Recht. Gudrun berichtete, dass sie krank geschrieben sei.
Seit der Rückkehr aus Rom hat sie Schmerzen in den Füßen. Zuerst führte sie es auf die lange Busfahrt und die viele Lauferei in Rom zurück. Doch auch nach Tagen wurde es nicht besser. Gestern war es wohl so schlimm, dass sie nicht mehr laufen konnte und die Füße violett angeschwollen waren.
Ein Arztbesuch brachte die Diagnose, dass es sich evtl. um Rheuma handeln könnte. Genaues konnte er aber auch nicht sagen. Das Ergebnis der Blutprobenuntersuchung erfährt sie am Montag. Wenn es Rheuma ist, dann hofft sie es, mit Tabletten bis zum Urlaub und auch während des Urlaubs in den Griff zu bekommen. Wenn es sich nicht um Rheuma handelt, dann muss sie ins Krankenhaus und damit hätte sich der Urlaub für die Beiden erledigt.

Also hoffen wir auf Rheuma, so merkwürdig wie es sich anhört und telefonieren am Montag wieder miteinander.

Am Montagnachmittag hatte ich schon ein mulmiges Gefühl, als ich die Telefonnummer von Gudrun wählte.
„Wir fahren mit“, war aber sofort die erlösende Antwort. Die Diagnose des Arztes hat sich durch die Blutuntersuchung bestätigt, Gudrun wird für die Dauer des Urlaubes mit Tabletten ausgerüstet und auch von Seiten des Arztes spricht nichts gegen den 5wöchigen Indonesien Aufenthalt.

Zu Hause stapeln sich mittlerweile die Sachen, die in die Tasche bzw. den Rucksack sollen: Medikamente, Bücher, Sonnenmilch und natürlich auch das eine oder andere Hemd und was man und frau sonst noch zum Anziehen braucht. Auf die Mitnahme von Filmen wird in diesem Urlaub verzichtet, da wir nur die Digitalkamera und ein paar Speicherkarten mitnehmen. Hoffentlich kann die Kamera die hohe Luftfeuchtigkeit ab und die Bilder werden meinen Ansprüchen gerecht.

Heute Morgen kam Heiko mit zwei Hosen über den Arm und dem Satz: „Die wollen auch mit und die wollen vorher noch gewaschen und gebügelt werden“ auf den Lippen an. Klar, ich hatte schon vor Wochen angefangen zu predigen, lege die Sachen raus, die noch gewaschen werden müssen.
(Nicht, dass man meint, bei uns liegen die Sachen ungewaschen im Schrank)

Warum sind Männer – eine kurzer Erfahrungsaustausch mit meiner Freundin hat es bestätigt – denn so? Warum sind sie der Meinung, dass Hosen im Urlaub (Dschungel!) gut riechen müssen und vor dem Einpacken (Rucksack!) auch noch mit einem Bügeleisen konfrontiert werden müssen??
Ich glaube nicht, dass es hierfür eine Antwort gibt.

Jetzt ist es nur noch einmal arbeiten gehen und den Rest von heute überstehen!
Da hatte ich doch gestern 2 Stunden meines Lebens mit einer Besprechung in Sachen neue Gebühren bei meinem Chef verbracht. Gerade präsentierte er mir stolz seine diesbezügliche Aufstellung. Die Hälfte fehlt, der Rest ist falsch. Gespeichert hat er es nicht, aber drei mal ausgedruckt.
Auf meine gebrüllte Reaktion „Sie machen mich wahnsinnig“ grinst er mich an und geht weg.
Ich bin um meinen Schreibtisch getobt, wie Rumpelstilzchen ums Feuer.
Ich glaube, jetzt bin ich wirklich urlaubsreif!

Der letzte Arbeitstag. In 3 Stunden ist es geschafft. Der Schreibtisch ist leer gearbeitet, die Pflege der Blumen in Auftrag gegeben.
Pinkfarbene Zettel, wer was wann und wie machen muss, sind verteilt. Gleich bringe ich noch die entliehenen Bücher wieder in die Bücherei. War es das? Habe ich was vergessen? So sehr ich mir auch den Kopf zerbreche – im Moment fällt mir nichts mehr ein.
Die Gedanken schwirren mir auch nur so durch Kopf, was ich ZU HAUSE noch alles erledigen will und muss. Vor allem steht die Aktion „Rucksack packen“ auf dem Programm. In den vergangen Wochen habe ich alles zusammen getragen und erst einmal in einer großen Reisetasche verstaut. Entgegen der vorläufigen Planung kommt sie nicht zum Einsatz. Sie ist einfach zu groß. Hätte ja auch nie gedacht, dass uns so etwas passieren wird. Aber, wir beide haben festgestellt, dass weniger auf dieser Art von Reisen eben mehr ist.

Die letzten Stunden vor dem Abflug werden genutzt, um die Nachbarn zu informieren, dass wir für längere Zeit nicht da sind und für Nicole und Ulrich werden ein paar Zeilen getippt, damit auch mit Kater Sammy alles klar geht.

So, und nun noch ein mal schlafen und dann geht es endlich in den langersehnten Urlaub.

Der Flug

Papa holt uns pünktlich um 7.15 Uhr ab. Am Duisburger Bahnhof drückt er Heiko noch einen 50-Taler-Schein in die Hand, damit wir uns am Flughafen noch ein Glas Champagner und diese „langen holländischen Frikadellen“ kaufen konnten.
Der Duisburger Bahnhof füllte sich mit Chinesen, Vietnamesen oder Japanern. Sofort wurde es laut und gab uns einen Vorgeschmack auf den Urlaub.

08.55 Uhr, wir sitzen im Zug nach Amsterdam. Hier gibt es „Hörfunk“. Das Pärchen, das hinter uns saß, unterhielt sich so laut, jedes Wort war gut zu verstehen. Der Kerl schwätzte in einer Tour: er war schon überall, hat alles schon gemacht, wusste alles besser und das mit seinen 32 Jahren, einer Ex-Frau und einer 4-jährigen Tochter. Es ging soweit, dass ich kurz davor war, mich umzudrehen, um dem Mädel zu sagen, sie soll die Finger von dem Typ lassen.

Das Einchecken am Flughafen ging schnell und problemlos. Leider gab es aber keine Plätze mehr an einem Notausgang. So hoffen wir, dass wir nun doch Glück haben und sich keiner neben uns setzt. Wir hätten dann eine 3er Reihe für uns alleine.
Im Duty-free tauschten wir den Taler-Schein vom Papa gegen Zigaretten und Whiskey. Jetzt sitzen wir in einer Insel der Glückseeligkeit (Raucherzone) und warten auf R.s …….. und da tapert auch schon Lutz an uns vorbei. Mit großem Hallo wurde er von uns begrüßt.
Er führte mich zu Gudrun, die in einer endlosen Schlange stand, um die Bordkarten für den Flug Amsterdam-Jakarta zu bekommen. Mit ihr warteten auch die anderen. Der Rest der kleinen Gruppe hatte sich, einschließlich der Reisebegleiterin Veronica, bereits in Frankfurt kennen gelernt. Sie, Anja und Georg machten einen netten, wenn auch sehr zurückhaltenden Eindruck. War ich zu impulsiv und stürmisch auf sie zugegangen??
Von Gudrun erfuhr ich, dass in Jakarta für die kurze 3-wöchige Tour nur zwei Personen noch zu uns stoßen werden. Also sind wir insgesamt acht, was hoffen lässt.

Im Flugzeug hatten wir tatsächlich einen Platz zwischen uns frei. Nach einem ruhigen und ereignislosen Flug, den ich mit schlafen, lesen, schlafen, Bier holen und wieder wegbringen verbracht habe, landeten wir nach 12 Stunden in Singapur.